Scheidung & Haustiere
Wenn Partner um die Vierbeiner streiten

Statt Kinder legen sich immer mehr Paare Haustiere zu. Geht die Beziehung in die Brüche, müssen zunehmend die Gerichte das Schicksal der Vierbeiner entscheiden.

Unterhalt

Ein Ehepaar aus dem Rheinland schaffte sich in glücklichen Tagen einen gemeinsamen Hund an. Drei Jahre später hatte sich das Paar auseinandergelebt: Sie blieben zwar verheiratet, lebten aber fortan getrennt von Tisch und Bett. Der Hund zog zur Frau. Für Nahrung, Tierarztbesuche und Hundesteuer verlangte sie von ihrem Expartner monatlich 75 Euro. Ihrer Ansicht nach gehörten die Pflegekosten des Vierbeiners zum gesetzlichen Anspruch auf Unterhalt. Dem stimmte das Oberlandesgericht Düsseldorf zu (2 UFH 11/96).

Besuchsrecht

Eheleute aus Württemberg stritten sich nach der Trennung um das Sorgerecht für einen Pudel. Der Hund ging zwar an die Frau, aber der Mann wollte den Vierbeiner zumindest zweimal pro Monat für je drei Stunden in seine Obhut nehmen. Die Exgattin lehnte das ab. Der Streit ging vor Gericht. Dort erhielt der Pudelfreund Recht. Da das Bürgerliche Gesetzbuch seit Anfang der Neunzigerjahre Tiere als Geschöpfe mit eigenem Wesen und mit Gefühlen anerkenne, müssten für sie angemessene Vereinbarungen gefunden werden (Amtsgericht Bad Mergentheim, 1 F 143/95).

Kündigung

Ein getrennt lebendes Paar aus der Pfalz hatte beim Auseinandergehen die Betreuungskosten für den Hund vertraglich geregelt: 100 Euro sollte der Mann seiner Verflossenen für Pflege und Unterhaltung des Tieres zahlen. An die Vereinbarung hielt er sich jedoch nur eineinhalb Jahre. Danach setzte er seine Zahlungen ohne Angabe von Gründen aus. Die Hundehalterin zog daraufhin durch alle Instanzen - mit Erfolg. Die Richter werteten den Vertrag als gültig vereinbartes "Dauerschuldverhältnis". Und ein solches dürfe eben nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes einseitig aufgekündigt werden. Den sei der Mann allerdings schuldig geblieben, weshalb er weiter für den Hund zahlen müsse, stellten die Richter klar (Oberlandesgericht Zweibrücken, 2 UF 87/05).

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