Schlechte Abmachungen mit Bauträgern können ein Vermögen kosten
Wenn nicht einmal der Baubeginn im Vertrag steht

Ein Eigenheim gilt als die beste Grundlage für eine vernünftige Altersvorsorge. Und da der langfristige Bestand der Eigenheimzulage nach der Kürzung im letzten Jahr weiter auf der Kippe steht, stürzen sich viele Bauwillige zu schnell in das Abenteuer Bauen. Sie erleben dann zum Teil herbe Überraschungen mit hohen finanziellen Verlusten.

KARLSRUHE. Beim Bauen gilt: Jeder Schritt - von den ersten Überlegungen bis zum fertigen Haus - muss sorgfältig durchdacht und kontrolliert werden. Das fängt schon bei den Bauverträgen an. "Wir erleben immer wieder, dass Bauherrren ungeprüft Verträge unterschreiben", sagt Rainer Hule, Leiter des Bundesbüros vom Bauherrren e.V. -Schutzbund (BSB), der Bauwillige berät. Das kann verheerende Folgen haben, denn bei Bauverträgen gibt es kein Widerrufsrecht. Der Häuslesbauer kommt aus einem Vertrag also nur sehr schwer wieder heraus, in dem beispielweise der Leistungsumfang des Bauträgers nicht klar festgelegt oder Kosten nicht aufgeschlüsselt worden sind.

Genau hinschauen und vom Fachmann überprüfen lassen, empfiehlt sich daher: "Wir haben beispielsweise festgestellt, dass die Hälfte der Verträge keine ausdrücklichen Vereinbarungen über Baubeginn, Bauzeit und Bauende vorsehen", erklärt Hule. Keine Kleinigkeit, denn bei 26,40 Prozent der Bauherren wird der Fertigstellungstermin nicht eingehalten. Das kann bis zu 50 000 Euro mehr als die veranschlagte Bausumme kosten.

Genau Hinschauen

Finanziell verheerend kann sich auswirken, wenn die Bezahlung des Bauträgers nicht im Verhältnis zum tatsächlichen Baufortschritt geleistet werden muss - der Bauherr also in Vorkasse treten soll. Denn 18,5 Prozent der Häuslesbauer sind mit der Insolvenz ihres Bauträgers konfrontiert. "In diesem Fall sind nicht nur die schon geleisteten Zahlungen verloren, sondern auch die zusätzlichen Kosten bei einer eventuellen Mängelbeseitigung", erklärt Hule.

Auch beim Bau lohnt sich genaues Hinschauen: Heute fertigen Generalunternehmer, die von der Planung bis zum fertigen Häuschen alles anbieten, 87 Prozent der privaten Eigenheime. Sie wollen die Kosten möglichst gering halten und so wird überall gespart - nach Erfahrungen des BSB vor allem bei der Planung, Bodengutachten werden nicht eingeholt und in immerhin rund 15 Prozent der Fälle kommen minderwertige Baustoffe zum Einsatz. Jedes neue Ein-und Zweifamilienhaus weist im Schnitt zehn bis 20 Baumängel auf. Der Bauherr sollte daher jeden Bauschritt mit Sachverständigen begutachten. Denn ist das Haus erst fertig, sind Planungsmängel unumkehrbar und die schlechte Kellerabdichtung nicht mehr zu sehen.

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