Schlecker
Das Statement im Wortlaut

Jahrzehntelang hat sich die Familie Schlecker nicht in der Öffentlichkeit geäußert. Jetzt haben sich Kinder in einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Hier ist er im Wortlaut.
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Persönliches Statement Meike und Lars Schlecker
Ehingen, 22.06.2012

Wir werden immer wieder gefragt, wie es uns als Familie geht und ehrlicherweise können wir dazu nur sagen: Es ist ein Schock, eine Tragödie und ein Desaster. Für unseren Vater und auch für unsere Mutter, die beide gemeinsam das Unternehmen aufgebaut und geführt haben,  ist ihr Lebenswerk komplett zusammengebrochen. Aber auch wir Kinder liegen oft wach und grübeln. Da gibt es kein Zurück in die Normalität, denn die Firma war für uns alle Lebensinhalt -und da ist jetzt erst einmal ein großes Nichts.

Was uns alle ganz besonders schmerzt, ist, das Schicksal der vielen Schlecker-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern hier in Deutschland, in der Fläche, in der Zentrale und in allen Ländern.
Schlecker hat über viele Jahre einer großen Zahl von Menschen sichere Arbeitsplätze, im Vergleich mit dem Wettbewerb überdurchschnittlich viele Vollzeitstellen,  seit 2010 die weitreichendsten Tarifverträge der Branche und damit ein gutes Auskommen geboten. Das ist uns zuletzt nicht mehr gelungen und das tut uns am meisten leid.

Vermögensverhältnisse

Bei den Vermögensverhältnissen muss man  einige Dinge auseinanderhalten. Der Satz „Es ist nichts mehr da“, ausgesprochen auf der ersten Schlecker-Pressekonferenz zu Beginn der Insolvenz, war und ist absolut richtig. Unser Vater, Anton Schlecker, und die Anton Schlecker e.K. sind berechtigterweise in die Insolvenz gegangen. Ein signifikantes Vermögen, das dies hätte verhindern oder die Restrukturierung sichern können, hat es nicht gegeben, was auch der Insolvenzverwalter inzwischen mehrfach bestätigt hat.

Es ist schade, dass in der Berichterstattung oft unterschlagen wird, dass im selben Kontext noch ein anderer Satz fiel. Da hieß es: „Wir werden als Familie zurechtkommen und wir wollen nicht jammern.“ Unsere Mutter hat mit unserem Vater Gütertrennung vereinbart und auch wir, die Kinder Meike und Lars Schlecker, verfügen über ein eigenes Vermögen.

Wir helfen unserem Vater und werden ihn selbstverständlich auch in dieser Situation nicht im Stich lassen. Er selbst besitzt kein Vermögen mehr. Vom Sportwagen bis zur schönen Uhr hat er alles als Teil der Insolvenzmasse abgeben müssen. Wir unterstützen ihn mit unseren eigenen Mitteln, die wir rechtmäßig besitzen, denn Sippenhaft gibt es im deutschen Recht nicht.

Fakt ist aber auch, dass wir als Familienmitglieder in den vergangenen Jahren massiv Gelder in die Firma eingebracht haben. Dies sieht man beispielsweise an der Tatsache, dass wir deutliche Millionenbeträge als private Einlagen (jeweils rund 49 Mio EUR) sowie über unsere Dienstleistungsgesellschaft (rund 64 Mio EUR) in die Firma haben einfließen lassen.

Mit diesem Geld gehen wir genauso wie alle anderen  nicht vorrangigen Gläubiger in die vermutlich recht magere Quote ein und werden es sicherlich nicht zurückbekommen. Außerdem wurde auch die von uns betriebene Dienstleistungsgesellschaft in den Strudel der Insolvenz gezogen und musste Insolvenz anmelden. Auch dieses Vermögen haben wir verloren.

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