Schmerzensgeld für Behandlungsfehler
Doppelt operiert – Arzt muss zahlen

Wenn ein Arzt vor einer Operation Gefahren verschweigt, die zu einer weiteren Operation führen können, ist er unter Umständen haftbar.

Eine 47-jährige Frau ließ sich bei ihrem Gynäkologen auf Brustkrebs untersuchen. Der Arzt fand verdächtiges Gewebe, die Frau kam unters Messer. Doch zwei Monate später bemerkte der Doktor weitere verdächtige Knoten.

Nach einer erneuten Operation verklagte ihn die Patientin auf 10 000 Euro Schmerzensgeld. Er habe sie nicht über die Risiken der OP aufgeklärt und zudem nicht einmal alle betroffenen Stellen entfernt. Der Gynäkologe behauptete dagegen, das im zweiten Durchgang entfernte Gewebe sei bei der Erstoperation noch unverdächtig gewesen.

Ob das stimme, sei unerheblich, entschied das Oberlandesgericht Koblenz und sprach der Frau 6000 Euro Schmerzensgeld zu (5 U 667/03). Entscheidend sei allein, dass der Arzt ihr nicht gesagt habe, dass die Gefahr bestehe, einen Teil des Gewebes zu verfehlen. 10 000 Euro seien aber zu viel.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 38 vom 22.09.2005 Seite 131

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