Schmerzensgeld vom Krankenhaus
Klinik in der Beweispflicht

Wenn ein routinemäßiger medizinischer Eingriff Komplikationen zur Folge hat, haftet das Krankenhaus. Es muss nachweisen, dass kein Behandlungsfehler vorliegt, oder zahlen.

Zwei Tage nach einer Bypassoperation verabreichte ein Krankenpfleger einem 77-Jährigen einen routinemäßigen Darmeinlauf. Dabei wurde der Darm schwer beschädigt, in einer Not-OP musste ein künstlicher Ausgang gelegt werden. Der Senior verklagte Klinik und Pfleger auf 60 000 Euro Schmerzensgeld - und bekam jetzt vom Oberlandesgericht Zweibrücken Recht (5 U 48/06).

Wenn bei derart einfachen, "auch von Laien anwendbaren" Eingriffen wie einem Einlauf Komplikationen aufträten, müsse eine Klinik beweisen, dass kein Behandlungsfehler vorliege. Das sei nicht gelungen, es gebe keine Anhaltspunkte für eine "anatomische Besonderheit" oder eine vorherige Entzündung beim Kläger. Für die Höhe des Schmerzensgeldes müsse noch ein Gutachten über die Spätfolgen abgewartet werden.

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