Schminke verlässt Mainzer Landesbank
Zum Abschied heißt es „Äddi“

Diese zwei Tage werden Paul Kurt Schminke lange in Erinnerung bleiben. Heute feiert er seinen 63. Geburtstag, morgen wird er nach drei Jahrzehnten Tätigkeit für den Konzern der Landesbank Rheinland-Pfalz – davon 17 Jahre als Vorstandsmitglied – in Mainz feierlich verabschiedet. Frei wird dann auch einer der begehrtesten Posten innerhalb der öffentlich-rechtlichen Bankengruppe.

FRANKFURT. Frei wird der Verwaltungsratsvorsitz der Luxemburger Tochter LRI. Zum einen üben hier das Private Banking und die Vermögensverwaltung für betuchte private und institutionelle Kunden an einem relativ unregulierten Finanzplatz einen besonderen Reiz aus, zum anderen sind hier Kultur, Lebensart und kulinarische Abenteuer auf engstem Raum hautnah zu erleben. So ist denn auch der Weinkeller der LRI tief unten in den Kasematten längst legendär.

Schminke, geboren im tiefsten Spessart, absolvierte eine Lehre als Bankkaufmann und zog dann in die Ferne, Stationen seiner Karriere waren Südafrika und die Schweiz. 1977 heuerte er bei der LRP an, wo er mit 33 Jahren den Aufbau der Tochter im Großherzogtum übertragen bekam. Binnen kürzester Zeit schraubte er als einer der deutschen Pioniere in Luxemburg mit einem kleinen Team die Bilanzsumme auf eine Milliarde D-Mark, und durfte fortan in relativer Selbstständigkeit seinen Aktionsradius stetig erweitern.

Schminke ist ein Spezialist für die Refinanzierung, schon früh zapfte er mit „Dragon“- und „Samurai“-Bonds auch die asiatischen Investoren an.

Der Naturliebhaber Schminke macht auf den ersten Blick einen gemütlichen Eindruck. Wenn es aber darauf ankommt, analysiert er rasch und brillant und trifft schnell eine Entscheidung. In Anspielung auf seine leidenschaftliche Begeisterung für die Großwild-Jägerei heißt der Running Gag in seiner Landesbank, er habe im Tagesgeschäft „noch nie einen kapitalen Bock geschossen“.

Schminke, der mit einer Luxemburgerin verheiratet ist und zwei Kinder hat, wird auch nach 45 Jahren Berufstätigkeit nicht zur Ruhe kommen. Laut gut unterrichteten „Kreisen“ winken dem stets unprätentiös auftretenden Manager mehrere Aufsichtsratsmandate in Fondsgesellschaften. So heißt es zum Abschied auf Lëtzebuergesch zwar „Äddi“ oder „Au revoir“, (Ade und Auf Wiedersehen). Aber man wird wieder von ihm hören.

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