Schon als Mittzwanziger Millionen verdient
Serientäter in Knallorange

Immer braun gebrannt, immer fröhlich und immer angriffslustig. Irgendwie hat Stelios Haji-Ioannou die Leichtigkeit des Seins abonniert. Unerträglich? Zumindest nicht für den Easyjet-Gründer. „Ich glaube an das Glück“, sagt er, und sein breites Gesicht strahlt, als habe er gerade im Lotto gewonnen.

LONDON. Seine größten Hauptgewinne bisher? „Ich wurde in eine reiche Familie geboren und Geschäftsmann, als die Deregulierung in Europa begann.“ So einfach kann das Leben sein. Das Glückskind mit den zypriotischen Wurzeln verdiente so schon als Mittzwanziger Millionen. Erst mit einer Reederei, dann mit dem Billigflieger Easyjet. Und der machte Stelios, wie er sich gern nennen lässt, in ganz Europa bekannt.

Inzwischen sind Reederei und Airline an die Börse gebracht, bei beiden Firmen ist der gebürtige Grieche nur noch Großaktionär. Mit den Gewinnen hat sich der Millionär den Traum vom eigenen Firmenimperium verwirklicht. Etliche Geschäftsideen hat er unter der EasyGroup in den vergangenen Jahren aufgezogen: die Kette EasyInternetcafé, die Autovermietung EasyCar, den Onlineverkäufer EasyValue, das Kreditkartengeschäft EasyMoney und das Billig-Kino EasyCinema. Alles orange, alles easy.

Jetzt soll die auf der Steueroase Jersey gemeldete Holding expandieren wie nie zuvor. Im Aufbau sind eine Billighotel-Kette (EasyHotel), ein Pizzaservice (EasyPizza), eine Männer- Parfümserie (Easy4Men), ein Kreuzschiff (EasyCruise) sowie das Busunternehmen EasyBus und der Mobilfunker EasyMobile.

Er sei ein „Serientäter“, lacht der Manager über sich selbst und zerrt seine Hose wieder auf Gürtellinie. Das Prinzip ist immer gleich, funktioniert wie bei Easyjet: Verkauft wird nur über das Internet, Schnickschnack wird nicht geboten. Ob Pizza, Bus oder Hotel – wer früh bucht, der speist, fährt oder schläft billiger. Alle Firmen werben mit Knallorange. Glück leuchtet.

Die Farbe hat zwar immer wieder zu Streit geführt, etwa mit der deutschen Autovermietung Sixt. Doch genau darauf hofft der PR-Fuchs ja nur. „Wir sind die Firma, die für die kleinen Leute kämpft“, wettert er und schwingt die Faust wie ein Guerillakämpfer. Ein Grieche als Robin Hood der Konsumenten. Und so scheut er keine Klage, hat etliche bereits gewonnen. Etwa gegen die mächtigen Filmverleiher aus Hollywood. Inzwischen zeigt seine Kinokette EasyCinema für 50 Cent Eintritt nicht nur alte Streifen.

Entertainer, Großmaul, Branchenclown – eigentlich wolle er nur von allen geliebt werden, meint etwa der „Daily Telegraph“. Das klappt nicht immer. Barbara Cassanai etwa, die den Rivalen Go Airline aufgebaut und geführt hatte, soll sich mit ihm angelegt haben. Sie wurde von ihm nach der Übernahme von Go durch Easyjet nicht gerade charmant abserviert, heißt es.

Wie auch immer: Es ist auch sein Verdienst, dass Verbraucher in Europa heute günstiger Autos mieten und Flüge buchen. Die Marke Easy stehe für „Billigpreise, Spaß und Innovation“, sagt der 37-jährige Monopolknacker. Seine Brust spannt sich dabei unübersehbar vor Stolz.

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