Schrebergarten-Denken: Wenn jeder etwas anderes will

Schrebergarten-Denken
Wenn jeder etwas anderes will

Eine Untersuchung der Frankfurter Unternehmensberatung Acrys Consult zeigt es: Dass Abteilungen oder gar ganze Unternehmen ihre Abläufe im Rahmen eines strukturierten Geschäftsprozessmanagements (GPM) auf Vordermann bringen, ist hier zu Lande selten.

In der Personalabteilung von T-Mobile International ging es um alles oder nichts. Ob es sich nicht lohnen würde, bestimmte Bereiche auszulagern, wollten einige Manager des Konzerns wissen. Doch die Personaler konterten die Planspiele mit eigenen Vorschlägen. Sie entwickelten Konzepte, um ihre eigenen Geschäftsprozesse zu überprüfen und neu zu gestalten. Ihr Ziel: Die klassische Stabsstelle sollte sich zu einem professionellen Dienstleister weiterentwickeln.

„Vorher hatten T-Mobile-Mitarbeiter mit dem Personalwesen eher selten direkt zu tun. Und meistens standen diese persönlichen Kontakte in einem eher negativen Umfeld“, umschreibt es Thorsten Reen, Programmleiter im Personalbereich der Bonner, vorsichtig. Damit sich dies ändern konnte, analysierten die Personaler, was sie beim Abwickeln ihrer Kernaufgaben Rekrutieren, Entwickeln und Platzieren von Mitarbeitern optimieren können – und vor allem: wie sie die Kollegen in den anderen Bereichen mit ihrem Know-how unterstützen können.

Dass Abteilungen oder gar ganze Unternehmen ihre Abläufe im Rahmen eines strukturierten Geschäftsprozessmanagements (GPM) auf Vordermann bringen, wie es die T-Mobile-Personaler tun, ist hier zu Lande selten. Das zeigt eine Untersuchung der Frankfurter Unternehmensberatung Acrys Consult, deren Ergebnisse dem Handelsblatt exklusiv vorliegen. „Für mehr als die Hälfte der Unternehmen ist die systematische Integration von Management der Geschäftsprozesse in das strategische Management nach wie vor ein offenes Thema“, berichtet Acrys-Geschäftsführer Andreas Kullmann.

Welche Vorteile bringt ein gutes Geschäftsprozessmanagement? Die Idee ist, alle Abläufe im Unternehmen oder in einer Abteilung so aufeinander abzustimmen, damit alle ganzheitlich auf ein Ziel hinarbeiten. Mehr als die Hälfte der 179 Manager, die an der Studie teilnahmen, halten dies im Prinzip für wichtig. Drei Viertel erwarten, dass die Bedeutung des Themas in Zukunft noch zunimmt. Nur umgesetzt werden diese Erkenntnisse nicht.

Woran liegt das? Die meisten Unternehmen sind noch immer rein funktional organisiert. Entlang der Wertschöpfungskette eines Unternehmens gibt es zum Beispiel die Funktionseinheiten Produktentwicklung oder das Rechnungswesen, kritisiert Kullmann. „Geschäftsprozesse sind dagegen in der Regel funktionsübergreifend, viele Einheiten sind an ihnen beteiligt.“ Weil die einzelnen Abteilungen aber oft nur an die eigenen Aufgaben denken, geraten gemeinsame Ziele aus dem Blick.

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