Schröder gibt Aufsichtsratsposten auf
Klüngel-Deal bringt Sparkassenchef ins Gerede

Gustav Adolf Schröder ist ein wichtiger Mann in der Kölner Wirtschaft. Unter seiner Führung spielt die zweitgrößte deutsche Sparkasse eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung Kölns zur Medienstadt. Jetzt macht er im Kölner Klüngel von sich Reden.

DÜSSELDORF. Der Norddeutsche hat dazu beigetragen, dass die Fernsehsender RTL, Vox, Super RTL und N-TV in die Domstadt kamen und dort auch bleiben. Doch davon spricht derzeit niemand. Entflammt ist vielmehr eine Debatte über den dubiosen Deal beim Neubau der Kölner Messehallen, die Rolle Schröders dabei und seiner Sparkasse.

Jetzt gibt Schröder den Spekulationen neue Nahrung: Der Sparkassen-Chef ist aus dem Aufsichtsrat der Köln-Messe zurückgetreten – nach nur neun Monaten im Amt. Will er sich auf diese Weise aus der Schusslinie bringen? Ist ein Zerwürfnis zwischen Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma, der gleichzeitig Chef des Sparkassenverwaltungsrats ist, und Schröder daran schuld, dass dieser seinen Aufsichtsratsposten aufgibt? Schließlich habe Schramma den Sparkassenchef in der Affäre um die Messehallen ins Gerede gebracht, um sich selbst zu entlasten, heißt es im Kreise der an der Affäre Beteiligten.

In der Tat hatte der Oberbürgermeister vor laufender Kamera gesagt: Die Sparkasse habe den Oppenheim-Esch-Fonds als Investor für die neuen Messehallen vorgeschlagen. Somit stand auf einmal Schröder in den Schlagzeilen als angeblicher Drahtzieher des umstrittenen Messe-Neubaus. Weil das Projekt nicht ausgeschrieben wurde und offenbar sehr teuer geriet, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Untreue gegen den Oberbürgermeister und weitere zu ermittelnde Verantwortliche der Stadt.

Schröder ficht überhaupt nicht an, dass die Sparkasse den Oppenheim-Esch-Fonds vorgeschlagen hat. Dies sei aber nur eine von drei Varianten gewesen. Viel lieber hätte die Sparkasse ein Kommunaldarlehen durchgeführt, sagte Schröder dem Handelsblatt. „Doch damit sind wir nicht zum Zuge gekommen.“ Dass es jetzt ein Zerwürfnis zwischen ihm und Schramma geben soll? Das sieht der Sparkassenchef ganz und gar nicht. „Ich bin einzig aus terminlichen Gründen aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten“, sagt Schröder und legt noch nach: Das Verhältnis zwischen ihm und dem Oberbürgermeister sei gut.

Die Affäre um die Messehallen begann 2003, als RTL drohte, Köln zu verlassen. In letzter Sekunde präsentiert Schramma die rettende Idee, um den größten Gewerbesteuerzahler zu halten. RTL darf in die historischen Messehallen umziehen. Die Umsetzung übernimmt Schröders Sparkasse. Sie kauft die Rheinhallen – damit geht sie ins Risiko. Schließlich braucht der Sender nur die Hälfte der Nutzfläche. Für den Rest muss die Sparkasse eine Verwendung finden, ebenso wie für die Fläche im Kölner Norden, wo Schröder eigentlich den Fernsehsender ansiedeln wollte. Weitere Bürofläche kommt hinzu, wenn RTL 2008 aus den bisherigen fünf Gebäuden auszieht, die ebenfalls der Sparkasse gehören. Dies dürfte die Sparkasse eine Menge Geld kosten.

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