Schrottimmobilien-Urteil des EuGH
Ex-Innenminister Baum: Ein Sieg für den Anlegerschutz

Ex-Innenminister Gerhart R. Baum hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu den so genannten Schrottimmobilien begrüßt.

BERLIN. "Das Urteil ist ein Sieg für den Anlegerschutz in Europa und eine Ohrfeige für den Bankenrechtssenat des Bundesgerichtshofs, der bisher weitgehend versucht hat, Banken von Schadenersatzforderungen freizuhalten", sagte Baum, der als Rechtsanwalt seit mehreren Jahren durch Schrottimmobilien geschädigte Anleger vertritt, dem Handelsblatt.

Verbraucheranwälte schätzen, dass mindestens 300 000 Anleger durch den Kauf überteuerter Immobilien vor allem in den 90er Jahren geschädigt worden sind. Eine weitere Million Zeichner geschlossener Immobilienfonds könnten betroffen sein, vermutet der auf Kapitalanlagerecht spezialisierte Düsseldorfer Anwalt Julius Reiter, der viele Badenia-Geschädigte vertritt. Bei dem vom EuGH behandelten konkreten Fall hatte die Badenia das Darlehen gegeben

Die Banken finanzierten häufig nicht nur die Wohnungen, sondern auch die im Kaufpreis enthaltenen üppigen Provisionen der Wohnungsverkäufer. Später reichten die Mieteinnahmen nicht aus, um die Zins und Tilgung für die Darlehen zu leisten. Ein Großteil der Wohnungen sei heute unverkäuflich, sagte Gerhard Renner von der Initiative Immobilienbetrug, einem Zusammenschluss von etwa 2 000 Betroffenen.

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