Schwacher Dollar macht die USA als Beschaffungsmarkt attraktiver
Der Westen wird billig

Der Dollar macht’s möglich: „Go east“ mutiert zu „Go west“. Nachdem deutsche Unternehmen jahrelang Richtung Osten wanderten, um in den Niedriglohnländern ihre einstmals mickrigen Renditen auf internationales Standardmaß zu steigern, animiert der Dollar-Verfall zu einem 180-Grad-Schwenk.

Der schwache Dollar macht europäische Produkte im Dollar-Raum teuer und damit weniger wettbewerbsfähig, seitdem der Euro eine Rekordmarke nach der nächsten erklimmt. Seit 2001 hat sich der Kurs fast verdoppelt. Doch es gibt eine positive Kehrseite: In dem Maße wie der Dollar verliert, gewinnen die USA als attraktiver Beschaffungsstandort. Wenn exportlastige Firmen wie Automobil-, Maschinen- und Anlagenbauer ihren Einkauf stärker in den Dollar-Raum verlagern, entgehen sie der Kostenfalle durch den starken Euro.

Dies gilt besonders für Unternehmen, die hierzulande viel produzieren und stark in den Dollar-Raum exportieren. Die meisten von ihnen denken daher über ihren Einkauf nach. Das bestätigt auch Christian Heiss, Einkaufsexperte von der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Durch gezieltes Verlagern des Einkaufs in den Dollar-Raum ließen sich 40 bis 70 Prozent der Währungsverluste kompensieren.

Zur Orientierung: Bei der Deutschen Telekom und dem Chemiekonzern BASF haben Währungseinflüsse den Umsatz um vier Prozent im Gesamtjahr 2007 gemindert. Das entspricht bei beiden jeweils mehr als zwei Mrd. Euro.

„Wir werden unser US-Engagement im Einkauf noch erweitern“, sagt Gero Wöhner von Fresenius Medical Care (FMC). Der Dialysespezialist kommt in Nordamerika mit größtenteils dort hergestellten Produkten und Dienstleistungen auf einen Umsatzanteil von 70 Prozent und will auch in den USA weitere Kliniken akquirieren, neu einrichten und darüber hinaus sein neues Geschäftsfeld im Bereich der Dialyse Medikamente ausbauen.

Der Einkauf bei Unternehmen umfasst neben Maschinen und Rohmaterialien auch Logistik, Forschung & Entwicklung bis hin zur Einstellung von Fachkräften. Einen amerikanischen Ingenieur können Unternehmen aus der Euro-Zone heute um fast 20 Prozent günstiger engagieren als noch vor einem Jahr.

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