Schweinegrippe
Schweinegrippe belastet Wirtschaft

Drei von vier deutschen Unternehmen befürchten, dass sie durch den Ausbruch der Schweinegrippe erheblichen Schaden nehmen werden. Das spiegelt sich auch an der Börse wieder. Einige Aktien zieht es jetzt schon in den Keller.

agr/jkn/fmk/ek FRANKFURT/TOKIO. Die in Mexiko ausgebrochene Schweinegrippe hat bereits erste Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Betroffen sind vor allem die Luftfahrt- und die Tourismus-Industrie. Die Aktienkurse führender Anbieter brachen auf breiter Front ein: Lufthansa verlor bis zum Nachmittag fast acht Prozent, Tui sieben Prozent. Analysten und Investoren fürchten herbe Einbußen im operativen Geschäft: Erinnerungen an die Auswirkungen der SARS-Epidemie 2003 werden wach.

Branchenprimus Tui kündigte an, bis zum 4. Mai Mexico City aus dem Programm zu nehmen. Das betreffe Flüge in die Hauptstadt sowie Rundreise-Angebote, sagte ein Sprecher. Allerdings sei die Zahl der Kunden, die entsprechende Reisen gebucht hätten, gering. Derzeit würden sich nur vier Urlauber aus Deutschland in Mexico City aufhalten.

Auf der etwa 1200 Kilometer entfernten Halbinsel Yucatan (mexikanischer Bundesstaat), auf der bisher keine Fälle der Schweinegrippe bekannt geworden seien, gebe es rund 1000 Tui-Badegäste. Ihnen hat Tui eine vorzeitige Rückreise angeboten, was bisher niemand angenommen habe. Bis zum 4. Mai würde Gästen die gebucht haben, aber noch nicht angereist sind, eine kostenlose Umbuchungsmöglichkeit angeboten.

Bei den Wettbewerbern löste dies Überraschung aus. Bisher sei es bei ähnlichen Fällen üblich gewesen, Umbuchungs- und Rückführungsangebote von den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes und bei Seuchen speziell des Robert-Koch-Instituts abhängig zu machen. Solange dies ausbleibe, gebe es keine Veranlassung, die Gäste durch Notmaßnahmen zu beunruhigen, hieß es bei Thomas Cook und Dertour. Gestern Abend verschärfte aber das Auswärtige Amt seine Reiseempfehlungen für Mexiko. Zuvor hatte bereits eine EU-Kommissarin inoffiziell von Reisen gewarnt (siehe Bericht unten).

Noch relativ gelassen gibt man sich bei Lufthansa. Zwar beobachte man die weitere Entwicklung mit höchster Aufmerksamkeit, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. „Wir sind aber bei den Maßnahmen noch meilenweit von Ereignissen wie SARS oder Vogelgrippe entfernt.“ Auch beim Buchungsverhalten der Kunden habe man noch keine Veränderungen feststellen können.

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