Schweiz Urteil gegen Geldverwalter

Seite 2 von 2:

Der Züricher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer spricht bereits von einer "Riesengeschichte" und sammelt Mandanten. Tatsache sei, sagt er, dass sich viele Vermögensberater jene Bank zur Zusammenarbeit aussuchten, bei der sie hohe Provisionen kassierten.

Derweil demonstriert die Branche Gelassenheit. "Wir sehen uns durch das Bundesgerichtsurteil in unserer Praxis bestätigt", sagt Philipp Stamm, Leiter Deutschschweiz beim Verband Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV). Er weist darauf hin, dass in den für die Mitglieder zwingend einzuhaltenden Standesregeln festgehalten sei, dass der Verwalter den Verbleib der Provisionen mit seinem Kunden im schriftlichen Vermögensverwaltungsvertrag regeln muss. Eine Prozessflut erwartet er deswegen nach dem Urteil nicht. Allerdings spricht Stamm längst nicht für alle Vermögensverwalter. Nur ein Viertel der in der Schweiz tätigen unabhängigen Geldmanager gehört der Organisation an.

"Es gibt Leute, die sich große Sorgen machen", sagt deswegen Christian Hosp von SHW-Invest, einem unabhängigen Vermögensberater in Zürich. "Das Urteil macht die Branche ungemütlicher und senkt die Margen." Hosp weist darauf hin, dass es vor allem institutionelle Kunden sein werden, die im Zweifelsfall Geld von den Vermögensverwaltern zurückverlangen. Schon um ihre Aufsichtspflicht nicht zu verletzen, müssten die Manager solcher Institutionen jetzt handeln.

Bei den Schweizer Banken - unter ihnen mit UBS und Credit Suisse führende Vermögensverwalter der Welt - hat sich herumgesprochen, dass das Urteil Auswirkungen haben könnte. Kauft eine Bank zum Beispiel fremde Fonds- oder strukturierte Produkte ein, so erhält sie für den Vertrieb eine so genannte Soft Commission, die oft nicht an den Kunden weitergegeben wird. "Diese Vergütungen sind ein Entgelt für die Eigenleistung der Bank die zu Gunsten Dritter erbracht wird", meint UBS-Sprecherin Sabine Wössner. Auch ihre Kollegin von der Credit Suisse hält es für eindeutig, dass diese Gebühren Vergütungen und keine Provisionen sind und damit nicht unter das Urteil fallen. Ganz so klar dürfte die Lage nach Ansicht von Experten allerdings nicht sein.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%