Schweizer Bank
Julius-Bär-Chef tot: Bericht über Selbstmord

Trauer in Zürich: Der CEO der Bank Julius Bär, Alex Widmer, ist in der Nacht auf Donnerstag im Alter von 52 Jahren überraschend gestorben. Laut einem Schweizer Medienbericht soll es sich um Selbstmord handeln.

HB ZÜRICH. Widmer kam im Jahr 2005 zu Julius Bär und übernahm 2006 die Leitung des Private Banking. Vor einem Jahr wurde er zum CEO der Bank Julius Bär bestellt. Er hinterlässt drei Kinder.

Die Schweizer Zeitung „20 Minuten“ berichtet in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf zwei unabhängige, nicht näher genannte Quellen, dass sich Alex Widmer das Leben genommen habe. Die Gründe für Widmers Entschluss seien nicht bekannt.

Ein Sprecher von Julius Bär wollte gegenüber Handelsblatt.com nicht offiziell bestätigen, dass es sich um Selbstmord handelt: „Rücksichtnahme ist unser oberstes Gebot. Es handelt sich um eine Angelegenheit in der Privatsphäre der Familie.“ Es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Ereignis und dem Geschäftsverlauf der Bank.

In Zürcher Bankenkreisen wird nach Widmers Ableben trotzdem über mögliche Probleme bei Julius Bär spekuliert, meldet „20 Minuten“ weiter.

„Wir haben einen lieben Freund, guten Kollegen und charismatischen Chef verloren“, sagte Verwaltungsratspräsident Raymond J. Bär: „Unsere Gedanken sind bei seinen drei Kindern. Wir alle werden ihn sehr vermissen. Sein enormes Engagement für die Mitarbeitenden, seine gelebte Nähe zu den Kunden und seine Leidenschaft für das Banking werden für uns immer Vorbild sein.“ Widmer habe das Private Banking von Julius Bär in neue Dimensionen geführt.

Die Leitung der Bank übernimmt Hans de Gier, der frühere Chef der Julius Bär Holding. Ein Sprecher von Julius Bär sagte Handelsblatt.com, dass de Gier keine Interimslösung sei.

Julius Bär hatte vor einem Jahr eine Holdingstruktur eingeführt. Unterhalb der Holding besteht die Gruppe aus der Bank Julius Bär und dem Asset Management, das von David Solo geführt wird. Die Holding hat seit dem Rücktritt von de Gier keinen CEO mehr, ihr Finanzchef ist Dieter Enkelmann.

Der nach den Großbanken UBS und Credit Suisse drittgrößte Vermögensverwalter der Schweiz verwaltete per Ende Juni 364 Mrd. Franken an Kundengeldern.

Die Julius-Bär-Aktien verloren an der schwächeren Börse in der ersten Handelsstunde 5,7 Prozent auf 34,90 Franken. Der europäische Banken-Sektorindex lag knapp zwei Prozent im Minus.

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