Schweizer Großbank
Früherer UBS-Chef Ospel verzichtet auf Millionengehalt

Kurz vor dem morgigen Aktionärstreffen der UBS hat die frühere Führungstroika der Schweizer Großbank den Bußgang angetreten. Ex-Präsident Marcel Ospel, sein Vize Stephan Haeringer und der ehemalige Finanzchef Marco Suter verzichten zusammen auf 33 Mio. Franken ihrer Vergütungen.

ZÜRICH. Die drei Manager folgen damit dem Beispiel von Peter Wuffli. Der frühere Vorstandschef der UBS hatte vor kurzem auf 12 Mio. Franken verzichtet. Die Top-Banker reagieren damit auf massiven öffentlichen Druck. Selbst die politische Elite in der Hauptstadt Bern hatte immer wieder auf einen Gehaltsverzicht des diskreditierten Managements bestanden.

Die UBS ist mit Abschreibungen von rund 48 Mrd. Franken das größte Opfer der Finanzkrise in Europa. Mitte Oktober musste die Schweizer Regierung mit einer Kapitalhilfe von sechs Mrd. Franken einspringen, um die Bank zu stabilisieren. Verantwortlich für den Niedergang der Schweizer Ikone sind Ospel & Co. Nach einem Bericht der Eidgenössischen Bankenkommission haben sie es versäumt, die Risiken des Subprime-Geschäfts rechtzeitig zu erkennen. Dass Ospel dennoch seit 2000 insgesamt 137 Mio. Franken verdient hat, war selbst für die kaltblütigen Schweizer zuviel.

Jetzt will der frühere UBS-Chef auf rund 22 Mio. Franken verzichten. Den Rest übernehmen Haeringer und Suter. Damit wollen die Ex-Manager deutlich machen, "dass sie sich der Realität stellen". Weiter heißt es in ihrer Erklärung, sie seien sich bewusst, dass sie mit heutigem Wissen verschiedene Entscheide anders fällen würden. "Ich hoffe, dass ich damit einen Beitrag zur Bewältigung einer für mich bis vor kurzem unvor-stellbaren Situation leisten kann", ließ Ospel mitteilen.

Der Gehaltsverzicht ist der bittere Epilog einer gescheiterten Managerkarriere. Der 58-Jährige war in vielerlei Hinsicht ein Außenseiter in der Schweizer Bankenwelt. Er besitzt keine akademische Ausbildung und hat auch keine stolze Karriere beim Militär vorzuweisen. Dennoch übernahm er 1996 mit 46 Jahren die Führung des damaligen Schweizer Bankvereins.

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