Schweizer Großbank Führungswechsel bei der UBS-Investmentbank

Die UBS wechselt den Chef der Investmentbank, Jerker Johansson, aus. Er verlässt die Schweizer Großbank nach nur gut einem Jahr mit sofortiger Wirkung und bekommt gleich zwei Nachfolger.
Karsten Kengeter soll die UBS aus der Krise führen. Quelle: ap

Karsten Kengeter soll die UBS aus der Krise führen.

(Foto: ap)

ZÜRICH Die einen feiern ihre Investmentbanker, die anderen feuern sie. Das ist der feine Unterschied zwischen der UBS und dem Rest der Branche nach dem ersten Quartal. Die Schweizer Großbank hat gestern Jerker Johansson als Chef der In-vestmentbank abgelöst und durch ein Führungsduo ersetzt. Ab sofort übernehmen Alex Wilmot-Sitwell und Carsten Kengeter die Leitung der krisengeschüttelten Sparte. Johansson verläst die Bank nach nur knapp einem Jahr.

Der nicht unerwartete Führungswechsel kommt nach einem Quartal, in dem die UBS im Branchenvergleich weiter an Boden verloren hat. Während Konkurrenten wie die Credit Suisse dank hoher Erträge im Investment Banking Milliardengewinne einfahren konnte, musste die größte Schweizer Bank einen erneuten Verlust von zwei Mrd. Franken einstecken.

Das Investment Banking trägt dafür die Hauptverantwortung, musste die Sparte doch noch einmal 3,9 Mrd. Franken auf illiquide Risikopositionen abschreiben. Die UBS hat seit Beginn der Finanzkrise bereits Wertberichtigungen in Höhe von mehr als 50 Mrd. Dollar vornehmen müssen. Johansson hatte sich zum Ziel gesetzt, mit dem Investment Banking wieder einen Gewinn von vier Mrd. Franken zu erreichen. Er musste im Februar allerdings einräumen, dass diese Marke in den nächsten drei Jahren nicht zu schaffen ist.

Es sind jedoch nicht nur die Verluste, die dem 52-jährige Johansson den Job gekostet haben. Der gebürtige Schwede ist vielmehr dem Großreinemachen des neuen Konzernchefs Oswald Grübel zum Opfer gefallen. Grübel ist dabei, die UBS und ihr Management nach seinem Gusto umzubauen. Vor kurzem installierte er bereits mit Ulrich Körner einen alten Weggefährten als neuen Chief Operating Officer.

Das erklärte Ziel von Grübel ist, die UBS als inte-grierte Universalbank aus der Krise zu führen. „Die Investmentbank ist für die UBS als globales Unternehmen unabdingbar“, sagte der Konzernchef in Zürich. Die Leitlinie für die Investmentbanker hat er bereits vorgegeben: die Sparte soll ihre Risikopositionen weiter abbauen und sich künftig auf den Aktienhandel, das Devisengeschäft, Corporate Finance und die Beratung bei Übernahmen und Fusionen (M&A) konzentrieren.

Co-CEO Alex Wilmot-Sitwell Quelle: ap

Co-CEO Alex Wilmot-Sitwell

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Umsetzen sollen die Strategie jetzt der Engländer Wilmot-Sitwell und der Deutsche Kengeter. Der 48-jährige Brite ist bereits seit 13 Jahren bei der UBS und gilt in der Branche als erfahrener Investmentbanker. Der Mann mit dem zurückgekämmten Haar und dem stets makellosen Outfit hat an der Universität Bristol studiert und ist über Warburg Dillon Read zur UBS gekommen. Zuletzt leitete er die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika.

Kengeter ist erst im September letzen Jahres zur Schweizer Großbank gekommen. Er hat seine Banker-Karriere bei der britischen Barclays Bank begonnen und wechselte dann 1997 zu Goldman Sachs nach Frankfurt. Bei der UBS-Investmentbank war der 42-jährige zuletzt mitverantwortlich für den strategisch wichtigen Bereich Fixed Income, Currencies und Commodities (FICC). Beifall für den Führungswechsel kam von Analysten: „Wir erwarten von dem neuen Management-Team, das es die Transformation des Investment Banking beschleunigt“, sagte Peter Thorne vom Brokerhaus Helvea in London.

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