Schwimmbad
Rutschpartien vor Gericht

Kühles Nass und coole Kurven: Besonders für Kinder sind Rutschen im Schwimmbad der Knaller. Manche Rutschpartie endet allerdings vor Gericht.

Zu schnell

Ein Neunjähriger besuchte ein Schwimmbad, dessen Attraktion die 46 Meter lange Rutsche war. Als die Ampel auf Grün umschaltete, stürzte er sich in die Fluten - war aber so schnell, dass er in der Röhre gegen eine vor ihm dahingleitende Dame donnerte. Infolge des Aufpralls schlug er mit dem Gesicht gegen die Röhre und verlor zwei Zähne. Seine Eltern verklagten das Bad auf 15 000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz. Doch der Bundesgerichtshof entschied: Der Badbetreiber habe ausreichend vorgesorgt, indem er Tafeln mit Warnhinweisen, Kameras und Sensoren an Ein- und Ausstieg installierte. Eine "lückenlose Aufsicht" sei unmöglich (VI ZR 95/03).

Zu dick

Ebenfalls auf ein unerwartetes Hindernis stieß eine Achtjährige, die die 90 Meter lange Rutsche des Gemeindebads hinunterglitt: Eine vollschlanke Frau klemmte in der Röhre fest und versperrte den Weg. Beim Ausweichen schlug das Mädchen gegen die Röhre, wobei ihre Frontzähne beschädigt wurden. Ihre Eltern verklagten die Gemeinde, da die Rutsche keine Sensoren hatte und somit oben nicht angezeigt wurde, ob der Vordermann die Röhre verlassen hatte. Stattdessen stehe auf einer Tafel am Einstieg, dass Rutschende 30 Sekunden warten sollen. Der Bundesgerichtshof fand das okay: Da die Rutsche ein geringes Gefälle aufweise, reiche die Aufforderung zum Warten in diesem Fall aus (VI ZR 294/03).

Zu sorglos

Erfolg vor Gericht hatte eine Frau nach dem tragischen Tod ihres Sohnes. Der Kleine war während des Familienurlaubs im Becken unterhalb der hoteleigenen Rutsche mit dem Arm in ein Saugrohr geraten, das Wasser in die Röhre pumpte. Er konnte sich nicht befreien und ertrank. Das Bundesgerichtshof entschied: Der Reiseveranstalter hafte für den Sicherheitsmangel, obwohl die Rutsche in seinem Reisekatalog nicht erwähnt war. Den Hinterbliebenen stünden 70 000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz zu (X ZR 142/05).

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