SdK-Bilanz
Gehälter deutscher Top-Manager steigen langsamer

Die Bezüge der deutschen Top-Manager sind 2005 nicht mehr so exorbitant gestiegen wie im Vorjahr. Im Schnitt konnten die Vorstandschefs der 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen ihr Gehalt um elf Prozent auf 3,8 Millionen Euro erhöhen. Ein Jahr zuvor hatten die Manager noch Gehaltszuwächse von 15,3 Prozent verbucht.

HB FRANKFURT AM MAIN. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) berichtete am Dienstag in Frankfurt, die Vorstandsmitglieder der Dax-Konzerne hätten im vergangenen Jahr 486 Millionen Euro verdient - 6,4 Prozent mehr als 2004. Innerhalb von drei Jahren kletterte die Vergütungssumme für alle Dax-Vorstände um 21 Prozent. „Es ergibt sich ein gigantischer Stundensatz für jedes Vorstandsmitglied“, kritisierte SdK-Vorstandsmitglied Reinhild Keitel. „Gemessen am Durchschnittseinkommen in Deutschland ist das nicht angemessen.“

Laut SdK war 2005 Deutsche-Bank Chef Josef Ackermann mit 11,9 Millionen Euro der Spitzenreiter unter den Bestverdienern. Auf Platz zwei landete der ehemalige Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp mit 7,6 Millionen Euro. Drittplatzierter wurde RWE-Vorstandschef Harry Roels mit 6,8 Millionen Euro Einkommen. Den stärksten Anstieg gab es bei der Commerzbank, wo der Vorsitzende Klaus-Peter Müller mit 3,2 Millionen Euro fast drei Mal soviel wie im Vorjahr erhielt.

Die niedrigsten Bezüge unter den 30 Top-Managern bekam Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber mit 1,3 Millionen Euro. „Insgesamt herrscht eine Tendenz zur Anpassung nach oben“, sagte Keitel. Noch stärker als die Bezüge der Vorstandschefs stiegen 2005 die Saläre der Aufsichtsräte deutscher Konzerne der Dax-Unternehmen, die um knapp 18 Prozent auf 51 Millionen Euro zulegten.

Im Vergleich zu einem normalen Arbeitnehmer kamen die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Unternehmen gut davon: die tariflichen Monatsgehälter in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst lagen 2005 nur um 1,3 Prozent höher als 2004. Dies war laut Statistischem Bundesamt der geringste Anstieg seit fünf Jahren. Im Schnitt verdiente ein Arbeitnehmer rund 40 000 Euro.

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