Second Life
Personalsuche in virtuellen Welten

Der forward2business-ThinkTank führt radikale Zukunftsdebatten. Er versammelt alljährlich 200 Manager und entwirft Business-Szenarien für die kommenden zehn Jahre. Sein Focus: „Geschäftsmodelle der Zukunft“. Ein Thema auch für Personalfachleute, denn die Wege des Recruiting führen durchaus auch in virtuelle Welten.

Deutschlands sonst so visionäre Consulter haben ein Problem! Wir sehen die Zukunft vor lauter Visionen nicht. Anfang des Jahres waren sich alle einig, mit der virtuellen 3D-Welt SecondLife und ihren rasant steigenden Anmeldezahlen jene Plattform gefunden zu haben, auf die die Geschäftsmodelle der Zukunft aufbauen. In den vergangenen Wochen ging der Hype-Cycle dann auf seine erwartbare Talfahrt und bescherte dem SecondLife Schlagzeilen rund um Kinderporno, stagnierende Teilnehmer & Co. Kaum einer möchte heute an seine blumigen Prognosen von einst erinnert werden. Ein guter Moment um die Luft raus zu lassen und das wahre Potenzial der virtuellen Welten für Personaler und HR-Verantwortliche zu ergründen.

Exakt ein Jahr ist es her, da schreckte ein Redner die Manager des forward2business-ThinkTanks mit einer unglaublichen Vision: Es entstehe eine virtuelle Welt, SecondLife, in der sich in fünf Jahren reales Geld verdienen lasse, weil die Geschäftsmodelle der realen Welt integriert würden. Guntram Gräf hieß der forward2business-Redner, der keine neun Monate später als erster SecondLife-Millionär durch die Presse ging. Dass er – Hype sei Dank – so schnell ausgesorgt haben würde, konnte damals keiner wissen.

Einig sind sich die Trendforscher aber, dass die Businesswelten in fünf Jahren eine Mischung aus realer und virtueller Welt sein werden. Diese wird vermutlich nicht SecondLife heißen. Schon heute arbeiten weltweit acht ernstzunehmende Unternehmen an virtuellen Welten, die noch in diesem Jahr zusätzlich zu Second Life auf den Markt kommen werden. Das Internet wird künftig zu großen Teilen so aussehen wie heute SecondLife. Das weltweit renommierteste Trendforschungsinstitut Gartner rechnet damit, dass bis 2011 schon 80 Prozent aller Internetuser als Avatare (vom User entworfene Figuren) in virtuellen Welten unterwegs sein werden. Damit entsteht für HR-Verantwortliche in den Unternehmen die Frage: Wie lassen sich virtuelle Welten sinnvoll für die HR-Arbeit nutzen?

Die Entwicklung der virtuellen Welten geht einher damit, dass die Geburtenjahrgänge ab 1985 auf den Arbeitsmarkt drängen. Sie haben andere als die bisher gewohnten Medien-Lifestyle- und Konsumgewohnheiten. Um auch in diesen Zielgruppen die besten Potentials zu erreichen, muss sich eine verantwortliche HR-Arbeit der Zukunft auf eben diesen Medien und Kulturkanälen bewegen. SecondLife ist dafür der Prototyp. Diesen Zug darf man noch verpassen, den nächsten nicht mehr.

„I got my job through Second Life“. Solch eine Schlagzeile, die in Varianten durch Blogs und Medien geistert, ist zwar wahr, bezieht sich aber zunächst nahezu ausschließlich auf Web-Designer und Agenturen, die SecondLife-Auftritte für Unternehmen umsetzen. Diese Agenturen haben im SecondLife besonders kreative Designer angesprochen und beschäftigen inzwischen weltweit Leute, die sie niemals zu Gesicht bekommen haben, wie Gif Constable, Chef der Agentur Electric Sheep Company (Nissan, Reuters) bestätigt. Andere Agenturen sind inzwischen ihren neuen im SecondLife gefundenen Angestellten entgegen gekommen. So arbeitet Deutschlands erster SecondLife-Millionär Guntram Gräf mit seinen Mitarbeitern inzwischen von Wuhan in China aus.

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