Seine Casinos sind pleite, jetzt macht er in Mode
Sie sind gefeuert, Mister Trump

Am selben Tag, an dem Donald Trump sein Firmenimperium Trump Hotels & Casino Resorts für zahlungsunfähig erklärt hatte, überraschte das Stehaufmännchen des amerikanischen Kapitalismus Freund und Feind mit seinem neuesten Geschäftsvorhaben: Zusammen mit dem New Yorker Bekleidungshersteller Marcraft wird Trump im September unter seinem Namen eine Männerkollektion auf den Markt bringen.

NEW YORK. Die Kollektion mit Anzügen für rund 600 Dollar soll passend zum Neustart seiner Reality-Fernsehshow „The Apprentice“ (Der Lehrling) auf den Markt kommen.

Wenn der Unternehmer in eigener Sache dann wieder vor einem Millionen-Publikum die Kandidaten mit einem trockenen „You are fired“ (Du bist gefeuert) abkanzelt, müsste ihm der in den USA zum Kult avancierte Satz eigentlich im Halse stecken bleiben. Hat sich Trump doch gerade selbst gefeuert. Der 57-Jährige verliert durch seinen Konkursantrag nicht nur die Kontrolle über sein Unternehmen an eine Investmenttochter der Schweizer Großbank Credit Suisse. Der Boss muss auch seinen Chefposten räumen.

Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er trotz der Blamage nicht doch sein Schäfchen ins Trockene bringen würde. So bleibt er zunächst Chairman des Unternehmens und erhält dafür das stattliche Jahresgehalt von zwei Millionen Dollar. „Es ist unglaublich, dass jemand weiter bezahlt wird, nachdem er sein Unternehmen in den Bankrott getrieben hat“, kommentierte Jeffrey Sonnenfeld, Experte für Management an der Yale University, die Vorgänge in der „New York Times“.

Die wirtschaftliche Pleite ficht den Milliardär nicht an. In einem „Times“-Interview bezifferte Trump sein Vermögen auf „vier bis fünf Milliarden Dollar“. Es sei für ihn deshalb kein Problem, jene 55 Millionen Dollar aufzubringen, die er braucht, um zumindest 25 Prozent von seinem Hotel- und Casino-Imperium zu behalten. Beobachter rechnen indes damit, dass Trump sich auch dieses Geld leihen muss. Weiß doch niemand genau, wie viel der Investment-Akrobat wirklich flüssig hat. Die meisten seiner Finanzanlagen sind privat und müssen nicht offen gelegt werden.

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