Selbstmordverdacht
Selbstmordgerüchte um Finanzchef von Freddie

Der geschäftsführende Finanzchef der US-Hypothekenbank Freddie Mac ist am Mittwoch tot in seinem Haus aufgefunden worden. In verschiedenen Medienberichten hieß es, der 41-jährige David Kellermann habe sich umgebracht.

WASHINGTON. David Kellermann, Finanzchef des teilverstaatlichten Immobilienfinanzierers Freddie Mac ist tot in seinem Haus nahe Washington gefunden worden. Nach bisher unbestätigten Informationen soll es Selbstmord gewesen sein. Der Manager war erst im September Finanzchef der angeschlagenen Hypothekenbank geworden, hatte aber sein gesamtes Berufsleben bei dem Institut verbracht.

Die zuständige Polizeibehörde Fairfax County Police Department in Virginia bestätigte, dass kein Gewaltverbrechen vorliegt. Laut „Wall Street Journal“ soll Kellermanns Frau der Polizei gesagt haben, dass er Selbstmord begangen hat. Auch die USA Today und die New York Times berichten, dass sich Kellermann umgebracht haben soll. Ob es einen Abschiedsbrief gibt, ist nicht bekannt.

Direkt nach dem Betriebswirtschaftsstudium heuerte Kellermann 1992 dort als Analyst an und arbeitet sich bis zum Chef-Buchhalter hoch. Er war unter anderem zuständig für die Bilanzen und in früheren Positionen für das Controlling und Risiko-Management sowie für die Investmentstrategie beim Kauf von Hypothekenkrediten.

US-Finanzminister Timothy Geithner sagte: "Im Namen der gesamten Behörde spreche ich mein Beleid aus. Wie waren tieftraurig, als wir heute Morgen vom Tod David Kellermanns gehört haben. Unser tiefes Mitgefühl geht in dieser schwierigen Zeit an seine Familie und seine Kollegen bei Freddie Mac."

Freddie Mac kaufte Hypothekenkredite von Banken, bündelte diese und brachte sie als Anleihen (Mortgage Backed Securities) an den Markt. Im Zuge der Finanzkrise musste die Bank genauso wie Konkurrent Fannie Mae mit Milliarden vom Staat vor der Pleite gerettet werden. Bereits 2002 war das Institut in einen Bilanzskandal verwickelt. Es hatte Gewinne aus riskanten Geschäften niedriger ausgewiesen als sie tatsächlich waren, um sie in den Folgejahren zu verbuchen und als nachhaltig profitables Unternehmen dazustehen.

Die Hypothekenbank musste im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 50 Mrd. Dollar verbuchen und erhielt 45 Mrd. Dollar Staatshilfe. Vorstandschef David Moffett trat im vergangenen Monat zurück. Freddie Mac und das Schwesterunternehmen Fannie Mae stehen derzeit wieder in der Kritik, da sie bis zum kommenden Jahr trotz Staatshilfe 210 Mio. Dollar Boni an Angestellte auszahlen wollen. Freddie Mac hat die Liste der Angestellten, die Boni erhalten sollen, noch nicht veröffentlicht.

Die Aktie von Freddie Mac brach nach Bekanntwerden des Todesfalls um zwischenzeitlich rund sieben Prozent ein.

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