Senioren verübten zwölf Banküberfälle
Kein Straf-Rabatt für alte Bankräuber

Betagte Straftäter können nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) nicht mit einer Verkürzung ihrer Haftstrafe aufgrund ihres hohen Alters rechnen.

HB KARLSRUHE. Ein Anspruch auf eine verkürzte Freiheitsstrafe bestehe nicht, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil. Denn Strafe müsse ein gerechter Schuldausgleich sein, auch wenn der Täter dann aufgrund seines Alters kaum noch seine Freiheit nach Verbüßung der Strafe genießen könne.

Der Vierte BGH-Strafsenat wies die Revisionen dreier hochbetagter und mehrfach vorbestrafter Straftäter ab. Die inzwischen 75-, 74- und 65-jährigen Männer hatten zwischen 1988 und 2004 insgesamt zwölf bewaffnete Banküberfälle begangen und dabei über eine halbe Million Euro erbeutet. (Az.: 4 StR 572/05)

Als die drei ihren nächsten Coup planten, konnte die Polizei sie fest nehmen und stellte dabei mehrere geladene Handfeuerwaffen und drei scharfe Handgranaten sicher. Das Landgericht Hagen verurteilte die Männer 2005 zu Freiheitsstrafen zwischen neun und zwölf Jahren. Begründet wurde dies mit der Brutalität der Taten sowie dem erheblichen Vorstrafenregister der drei, von denen einer bereits 36 Jahre seines Lebens in Haft verbracht hatte. Ihr Alter war kein Strafmilderungsgrund.

Die drei gingen in die Revision. Wegen ihres hohen Alters würden sie kaum mehr die Freiheit erleben, argumentierten sie. Daher müssten ihre Strafen deutlich abgemildert werden, auch wenn diese dann ungerecht niedrig erschienen. Das lehnte der BGH ab. Zwar müsse Täter grundsätzlich die Chance auf Freiheit haben, hieß es. Dennoch habe er nicht das Recht, schon bei der Urteilsverkündung zu wissen, ob er diese auch noch erlebe.

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