Serie: Die Marktmacher: Der Kultur schaffende Kosmopolit

Serie: Die Marktmacher
Der Kultur schaffende Kosmopolit

Er ist ein Investmentbanker, wie man ihn sich vorstellt: von London aus gibt Asset Manager Andreas Uttermann den Aktienanlagen der Allianz die Richtung vor und überlässt seinen Teams die Feinsteuerung. Das Porträt eines Vorzeigetypen.

MÜNCHEN. Fragte man einen Sparkassendirektor, wie er sich einen Investmentbanker vorstellt, mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit käme ein Typ wie Andreas Utermann heraus. Modischer Haarschnitt, kerniges Kinn, blaue Augen, rosa Hemd, britischer Maßanzug, fließendes Englisch und Französisch, Deutsch und Niederländisch, deutsche Eltern, britischer Pass, europäisches Selbstverständnis, in der Welt zu Hause. Das einzige Problem: Utermann legt Wert darauf, kein Investmentbanker zu sein. „Als ich meiner Mutter im Jahr 1989 sagte, ich werde Asset- Manager, da sagte sie: so etwas Unseriöses.“ Seit 20 Jahren versucht Utermann seine Mutter von der Richtigkeit seiner Berufswahl zu überzeugen. Bei vielen Leuten aus der Financial Community scheint er erfolgreicher gewesen zu sein.

Das Büro an der Londoner Bishopsgate im Herzen der City ist weniger Schein als Sein. Von hier koordiniert Utermann die Aktieninvestments des nach Anlagevolumen zweitgrößten Vermögensverwalters der Welt: als Global Chief Investment Officer (CIO) für Aktien im Vorstand der Allianz Global Investors AG. Direkt verantwortlich ist er für die Aktieninvestments der globalen Aktienplattform RCM, auf die auch die deutsche Allianz-Fondstochter DIT zurückgreift. Regional ist Utermann dabei für die Niederlassungen in London, San Francisco, Hongkong, Tokio, Sydney und Frankfurt zuständig.

Wem das jetzt zu kompliziert erscheint, der sollte unbedingt weiterlesen. Denn insgesamt verwaltet die Tochter der Münchener Allianz, für die Utermann seit Oktober 2002 arbeitet, 907 Mrd. Euro. Nur die Schweizer UBS hat da noch mehr zu bieten.

In der Politik pflegen die Leute, je wichtiger sie werden, immer langsamer zu sprechen. Bei Utermann ist das anders herum. Egal, ob US-Etatdefizit, deutsche Blue Chips oder H5N1, Utermann hat schnell viel Wichtiges zu sagen. Das hat natürlich mit dem Zuschnitt des Jobs zu tun. Der ist extrem global. Insofern verkörpert dieser freundliche Mann auch das, wovon er am liebsten spricht: die Investmentkultur seines Hauses.

Doch der Reihe nach. Utermann kommt 1966 auf die Welt, in Brüssel. Der Vater arbeitet für die Europäische Gemeinschaft. Wahrscheinlich sind es die Erfahrungen mit Brüsseler Bürokratenkarrieren, die Utermann veranlassen, eine Banklehre zu beginnen. Er geht 1984 zur Deutschen Bank und startet mit 20 das Studium an der London School of Economics – womit klar sein sollte, dass Utermann nie daran gedacht hat, als Filialleiter der Deutschen Bank in Brunsbüttel zu enden.

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