Serie: Kunstmacher: Herr Lehmann und Herr Lehmann

Serie: Kunstmacher
Herr Lehmann und Herr Lehmann

Der Star steht draußen, in der Kälte. Eberhard Havekost raucht vor dem Kunstmuseum Wolfsburg eine Zigarette nach der anderen, um seine Nervosität zu bekämpfen. Denn an diesem Abend startet die erste große Werkschau des erst 38-jährigen Dresdeners, der nicht so viel malen kann, wie seine Galeristen verkaufen könnten.

DRESDEN. Die kümmern sich drinnen im Museum um die Gäste, die zur Vernissage gekommen sind. Frank und Ralf Lehmann, die noch als Studenten durchgehen könnten und auch im Anzug nie glatt gebügelt aussehen, machen dies unaufgeregt und zurückhaltend. „Die beiden arbeiten geräuschlos, effizient und ohne Medienrummel. Das schätzen Künstler und Sammler“, erzählt Joachim Plum, Zahnarzt und Sammler aus Aachen, der die Szene von innen kennt. Die „Lehmänner“, wie die Brüder in der Branche heißen, haben, lange bevor sich die internationale Szene berauschte an der jungen deutschen Malerei, das Potenzial von Havekost und Co. erkannt.

Der heute 40-jährige Frank Lehmann, ein gelernter Bau- und Möbeltischler, begann 1988, Künstlerfreunde in der Dresdener Wohnung seines Bruders auszustellen: „Aus Leidenschaft für die Kunst – und weil die offiziellen Möglichkeiten in der DDR begrenzt waren.“ Daraus entwickelte sich ein Projektraum, an dem sich sein vier Jahre älterer Bruder Ralf, ein ausgebildeter Architekt, beteiligte.

Das Duo eröffnete 1994 die Galerie Gebr. Lehmann in Dresdens Neustadt. Anfangs ist die Teilnahme an der Kunstmesse Art Cologne noch die Krönung. Zehn Jahre später begeistern die beiden Galeristen Sammler und Museen auf der Art Basel, der Frieze in London und der Armory Show in New York für ihre Entdeckungen. Frank Nitsches farblich kühle Abstraktionen kommen gut an, aber auch Tatjana Dolls Lastwagen im XXL-Format und Suse Webers klar aufgebaute Installationen.

Ausgestattet mit einem Riecher für künstlerische Qualität und Potenz, bauen die Lehmänner Maler behutsam auf, die heute zu den Großen gehören. So Havekost, Nitsche und Thomas Scheibitz. Der Letztgenannte wird heute von einer New Yorker Galerie vertreten. Doch etwa die Hälfte der Gründungskünstler der Lehmänner ist noch an Bord.

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