Serie: Macher der Marken
Julius Reuter, Pionier der Nachrichtendienste

Julius Reuter legte Mitte des 19. Jahrhunderts mit Brieftauben den Grundstein für sein Nachrichtenimperium. Die gefiederten Boten überbrückten die Lücke in der Telegrafenlinie zwischen Aachen und Brüssel und sorgten so für eine durchgehende Verbindung von Paris bis nach Berlin.

DÜSSELDORF. Als Julius Reuter im Frühjahr 1850 mit seiner Frau in Aachen eintraf, war er im noch jungen Metier des Nachrichtenwesens kein Unerfahrener. Gerade erst hatte er eine bittere Niederlage hinter sich. In Berlin war es seinem Konkurrenten Bernhard Wolff gelungen, das Nachrichtenmonopol an sich zu reißen und den ehrgeizigen Reuter zu verdrängen. Aber das spornte Reuter nur zu neuen, kühnen Taten an

.

Zeit war schon immer Geld. Doch in einer Epoche, in der sich alles beschleunigte, wurde der Vorteil, der Erste zu sein, dem eine Nachricht zukam, besonders lukrativ. Eisenbahn und Dampfschiff transportierten Nachrichten schon seit Jahrzehnten um einiges schneller als zuvor. Nun kam die Telegrafie hinzu. In den Zeitungen, an der Börse, in Regierungsbüros riss man sich um die minutenschnellen Nachrichten.

Was die Entwicklung allerdings verzögerte, war die Tatsache, dass die Kabelverbindungen in Europa alles andere als flächendeckend waren. Genau das nutzte der einfallsreiche Reuter zu seinem Vorteil. Denn: In Aachen endete die Telegrafenlinie von Berlin in den Westen. Die Kabelverbindung von Paris verlief nur bis Brüssel. Die knapp 150 Kilometer lange Lücke zwischen der französischen und der preußischen Hauptstadt wurde von einem träge dahinbummelnden Postzug überbrückt. Er brauchte neun Stunden für die Strecke. Reuter war überzeugt: Das ging auch ohne Telegrafie wesentlich schneller.

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