Serie: Pioniere der Wirtschaft
Hans Riegel: „Ohne die Firma würde ich krank“

Wie Hans Riegel den größten Fruchtgummihersteller der Welt aufbaute, Thomas Gottschalk anheuerte und sich mit der katholischen Kirche anlegte.

HB BONN. Ostern 1949. Lebensmittel sind knapp und werden nur rationiert zugeteilt. In Bonn-Kessenich aber stehen die Schlote einer Lebensmittelfabrik schon wieder unter Volldampf. Da tauchen plötzlich diese Herren auf. Sie kommen von der Sparkasse. Und haben keine guten Absichten: „Diese Zuckersäcke hier sind Eigentum der Sparkasse. Weshalb wir sie jetzt beschlagnahmen.“ Schon klebt ein Kuckuck an jedem Sack.

Hans Riegel ist geschockt und verärgert. Die Existenz des 23-jährigen Jungunternehmers steht auf dem Spiel. Klar, er hat seinen Kredit über 250 000 Mark noch nicht ganz, wie versprochen, zurückgezahlt, weil ihn einige Lieferanten versetzt haben. Aber bald werden seine Kunden die letzten Rechnungen für die Osterartikel begleichen. Dann bekommt auch die Sparkasse ihr Geld.

Die Kleinkariertheit der Banker ist für den rheinischen Unternehmer unbegreiflich. Er glaubt an die Zukunft seiner Firma Haribo und die des Landes. Aber dafür braucht es die richtigen Bedingungen, Bewegungsspielraum wenigstens. Mit vielen schönen Worten kann er die Banker davon abhalten, seinen wichtigsten Rohstoff zu kassieren. Der Zucker bleibt, wo er ist. Riegel zahlt alsbald seine Schulden zurück. Und beschließt: „Nie wieder einen Kredit!“

Die Anekdote stammt aus den Aufbaujahren nach dem Krieg. Das Land braucht jeden Unternehmer, der mit anpackt, produziert und Jobs schafft, Typen wie Hans Riegel. Rückblickend sagt er: „Alles, was wir seit dem Vorfall mit der Sparkasse aufgebaut haben, ist selbst finanziert.“

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