Serie: Top-Frauen der Finanzwelt
Bankerin in grüner Mission

Ingrid Matthäus-Maier kennt es nicht anders: Auf dem Podium des Eigenkapitaltages in Frankfurt sitzt zur Rechten der Europa-Chef des Finanzinvestors KKR, Johannes Huth, zur Linken hat Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni Platz genommen. Im Auditorium und auch auf den Gängen des Kongresszentrums sind fast nur Männer.

FRANKFURT. Frauen haben zwar auch im Geldgewerbe Einzug gehalten, bis an die Spitze der Schaltzentralen sind aber weltweit nur gut ein Dutzend Managerinnen gekommen. Matthäus-Maier hat es geschafft – trotzdem ärgert sie dieses Ungleichgewicht. Wo immer sich die Möglichkeit bietet, versucht sie dagegen zu halten. So auch an diesem Morgen. Der Mittelstand könne sich weiter auf die KfW verlassen – und auf die dahinter stehende Manpower; nicht zu vergessen die „Womanpower“, wie sie betont. In ihrer Bank konnte sie die „Frauenquote“ bei den Abteilungsleitern auf rund 15 Prozent steigern.

„MM“, so wird sie intern genannt wird, steht seit Oktober als Vorstandssprecherin an der Spitze der KfW Bankengruppe, der mächtigsten Staatsbank in Deutschland. Mit gut 3 700 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 341 Mrd. Euro gehört die KfW hierzulande zu den größten zehn Banken. Sie soll dann einspringen, wenn „Marktversagen“ vorliegt – was immer auch eine politische Frage ist. Der Aufgabenbereich ist deshalb sehr weit, wie die Rolle der KfW beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zeigt.

Die 61-jährige Top-Bankerin kennt dieses Spannungsfeld zwischen privatem Wirtschaften und öffentlichem Auftrag nur zu gut. Ihr Motto: „So viel Staat wie nötig, so viel Markt wie möglich.“ Mit Ideologien, das hat sie in ihrer politischen Vergangenheit gelernt, kommt man nicht weit.

Die gelernte Juristin, die ihren Berufsweg als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Oberverwaltungsgericht Münster begann, hat ihre Überzeugungen nie aus dem Blick verloren. An ihrer schwarzen Pony-Frisur hat sie über die Jahre festgehalten. Ähnlich ist es bei Themen, die sie bewegen. Die Umweltpolitik, die Förderung kleiner mittelständischer Betriebe und die finanzielle Zusammenarbeit mit Osteuropa und den Entwicklungsländern. Das KfW-Programm WUW (Wohnen, Umwelt, Wachstum ) ist ihr besonders wichtig; Ökonomie und Ökologie sollen ausgesöhnt werden.

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