„Sex and the City“
Schleichwerbung im Minutentakt

Männer und Marken, das war schon in der TV-Serie von "Sex and the City" das Erfolgsrezept. Der Spielfilm um die vier New Yorker Freundinnen, der vier Jahre nach Serienende seit wenigen Tagen in den deutschen Kinos läuft, setzt weiterhin darauf - und zeigt Schleichwerbung im Minutentakt.

PARIS Was tragen die Frauen, was trinken sie, in welchen Autos fahren sie? Diese Stilfragen sind mindestens ebenso wichtig wie die Männer, mit denen sie ausgehen. Kaum ein Kinofilm rückt so viele Firmen ins Bild wie dieser. Ähnlich wie in den James-Bond-Filmen sind Marken in "Sex and the City" - kurz SATC genannt - ständig präsent. Der Kinostart ist schwer zu ignorieren - davon wollen Labels aus aller Welt profitieren.

Der Film wirkt fast wie eine Dauerwerbesendung, kritisierten Filmexperten. In Werbekreisen wurde er bereits als "Super-Bowl", als absoluter Marketingtraum, bezeichnet. Acht offizielle Partnerunternehmen gibt es, darunter Mercedes und Coca-Cola. In 135 Filmminuten werden insgesamt rund 160 Markennamen untergebracht - mehr als eine Marke pro Minute also.

Vier materialistische Frauen, vier Stile, mit denen man sich identifizieren kann. Das ist die perfekte Ausgangsposition für Werbung. So sieht das zumindest Schauspielerin Sarah Jessica Parker alias Carrie Bradshaw, die auch den Film produziert hat. Parker sagt: "Die Frage ist: Wann lenkt ein Produkt ab, und wann passt es in die Story. Glücklicherweise sind diese Frauen alle sehr materialistisch." Mit den Labels werden die vier New Yorker Charaktere gezeichnet, so wird aus Product Placement ein Lifestyle.

Der französische Professor Jean Lehu-Marc von der Universität Sorbonne, der auf Film und Werbung spezialisiert ist, hält SATC für einen idealen Marketingfilm: "Filme, die sich perfekt für Product Placement anbieten, gibt es nicht sehr viele. Dieser ist besonders interessant, weil er vier Charaktere hat, mit denen man sich identifizieren kann." Seine US-Kollegin Elayne Rapping, Professorin an der State University of New York, ist der Ansicht, dass der Film Frauenträume abbildet und deshalb für Werbung perfekt ist: "Der Lifestyle und die Kleidung sind ein Hauptelement des Erfolgs."

Schon seit Wochen sind Modezeitschriften in aller Welt deshalb voll von dem "SATC"-Stil. Ein Beispiel: Seit Carries Leidenschaft für mörderisch hohe Schuhe von Manolo Blahnik ist das Label in aller Munde. Die Darsteller plaudern unverblümt über ihre Markenvorlieben. So sagt Carrie über ihre Louis-Vuitton-Tasche: "Das Beste, was ich je für Geld gekauft habe." In einer Szene rattern die Schauspielerinnen fast eine Minute lang Markennamen herunter, beispielsweise Blahnik, aber auch Dior und Chanel.

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