Siemens-Chefaufseher unter Druck

Rücktrittsforderungen an Cromme

Wegen der Ablösung von Siemens -Chef Löscher gerät nun auch Aufsichtsratschef Cromme unter Druck. Nicht nur Aktionärsschützer stellen sich gegen ihn, auch Aufsichtsratskollegen rebellieren.
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Handelsblatt-Experte: Keine Ruhe bei Siemens

Handelsblatt-Experte: Keine Ruhe bei Siemens

München/BerlinNach dem für Mittwoch angekündigten Aus für Siemens-Chef Peter Löscher haben Aktionärsschützer auch den Rücktritt von Aufsichtsrat-Chef Gerhard Cromme gefordert. "Sollte Herr Löscher, wie oft kolportiert, es nie geschafft haben, Teil der Siemens-Familie zu werden und auf interne Auseinandersetzungen und Machtkämpfe gestoßen sein, so hätte der Aufsichtsrat das schon längst erkennen müssen und spätestens vor der letzten Vertragsverlängerung gegensteuern müssen", sagte Daniel Bauer, Vorstandsmitglied bei der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) Handelsblatt Online. Nun müsse man noch eine Millionen Euro teure Abfindung hinnehmen. Daher dürfe man die Rolle des Aufsichtsrates sicherlich kritisch betrachten. "Ein Neuanfang auch an dieser Stelle mit Personen, die ihre Aufgabe ernst nehmen und reagieren, bevor es zu spät ist, erscheint daher durchaus auch angebracht zu sein."

"Herr Cromme soll den Übergang an der Siemens-Spitze noch gut steuern und dann seine eigene Nachfolgeregelung in die Hand nehmen", sagte auch die Sprecherin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Daniela Bergdolt, der "Welt" vom Montag. Nur mit einem Wechsel auf den Chefsesseln von Vorstand und Aufsichtsrat habe Siemens wirklich die Möglichkeit für einen Neuanfang.

SdK-Vorstand Bauer verglich die Vorgänge bei Siemens mit dem Fußballgeschäft. Der Trainer werde gefeuert, wenn die Mannschaft nicht gewinnt. Es bleibe aber "klar festzuhalten, dass Herr Löscher als damals Außenstehender gute Arbeit in Bezug auf die Aufarbeitung der Korruptionsaffäre gemacht hat", betonte der Aktionärsschützer. Das er nun aufgrund mangelnder geschäftlicher Erfolge gehen muss, komme nicht überraschend. "Dabei macht uns weniger die Korrektur einer reinen Finanzprognose Sorgen, sondern vielmehr der Umstand, dass Siemens in mehreren Bereichen Probleme zu haben scheint, wie das Beispiel der ICE-Züge zeigt", sagte Bauer.

"Hierbei macht es manchmal den Eindruck, als ob Siemens "Technik nicht mehr kann"." Dafür sei aber sicherlich nicht alleine Löscher zuständig. "Dies trifft den gesamten Vorstand inklusive aller Segment-CEOs", so Bauer. "Denn die wesentlichen Entscheidungen werden nicht nur vom Vorstandsvorsitzenden alleine getroffen, sondern im Team erarbeitet."

Drei prominente Vertreter auf der Kapitalseite des Kontrollgremiums stören sich Insidern zufolge ebenfalls an der Art und Weise, wie Löscher herausgedrängt wird. Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Allianz-Chef Michael Diekmann und die Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller sind demnach gegen eine Ablösung auf der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch. Sie kritisieren das Verfahren der Absetzung als unwürdig für einen Weltkonzern, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus dem Umfeld des Unternehmens erfahren hat. Die Rede ist von einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" oder gar von einem "Putsch" gegen Löscher.

Löscher stand bereits massiv in der Kritik
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  • Es ist traurig mit anzusehen, wie in den Konzernen, aber auch in der Politik (und auch in anderen Institutionen) der Eigennutz immer vor dem Gemeinwohl steht. Schlecker und Praktiker sind nur einige Beispiele wohin die Reise geht, wenn Unternehmen nicht nachhaltig und menschlich agieren..
    Die Herrschaften sollten sich mal meinen aktuellen Artikel: „wenn Buddha CEO wäre..“ zu Gemüte führen, Um-denken und Um-handeln..
    http://www.scopar.de/news-termine/detail/wenn-buddha-ceo-waere/
    Ich wünsche viel Spaß und Inspiration bei der Lektüre..

  • Es ist ein Irrsinn, anzunehmen, dass eine einzelne Person das gesamte Wurzelgeflecht eines heutigen Riesenunternehmens wie Siemens oder ähnlicher Unternehmen kennt, geschweige es so zu steuern, dass sie sämtliche Kausalketten zwischen Ursache und Wirkung nachvollziehen kann. So dass das gewünschte Ergebnis zum Schluss herauskommt. Das hieße ihre Macht und ihr Können maßlos zu überschätzen.
    Tritt zum Schluss tatsächlich der gewünschte Erwartungsparameter ein, so wird gebetsmühlenartig von der richtigen Entscheidung gesprochen, in Wirklichkeit ist das Ergebnis aufgrund der nicht nachvollziehbaren langen Kausalketten dem Zufall geschuldet.
    Was hier in den Vorstandsetagen der Riesenunternehmen passiert, erinnert manchmal im freund‘schen Sinne an die Harnerotik von Steinzeitmenschen. Auch sie verspürten großen Lust ins offene Feuer zu urinieren, ähnlichen Lustgewinn müssen einzelne Vorstandskollegen verspüren, wenn sie sich gegenseitig für besser halten. Im Rückblick ist das Entscheidungsmanöver nicht mehr gewesen als eine politisch gefärbte Marketingblase oder im schlimmsten Fall eine Hormonstörungen der endokrinen Drüsen.

  • @ ichpassauf

    Zitat : feiner Hr. Cromme für eine Reise nach Brasilien mit Gattin und Töchterchen 250.000 € über Siemens abrechnen kann

    - jetzt weiß man auch, warum Cromme den Erbsenzähler Käser jetzt protegiert......der muß ja bei dieser Größenordnung die Reisekostenabrechnung unterzeichnen...?

    Siemens ist am Ar***** mit diesen Günstlingen.

    Löscher, Cromme und Käser haben den Laden zu verlassen.

    Ein Aufsichtsrat ohne Ackermänner und sonstigem Gesindel muss NEU installiert werden.

    Erst dann gibt es für Siemens wieder Hoffnung !

  • Was sind schon diese Millionen wenn der feiner Hr. Cromme für eine Reise nach Brasilien mit Gattin und Töchterchen 250.000 € über Siemens abrechnen kann - ja geht's noch ???

  • Ein VV muss Generalist sein, es gibt auf dieser Ebene nur wenige umfassend gute Leute. Heinrich Hiesinger, von Siemens an Krupp abgegeben, zeigt dort derzeit, wie man eine solche Mammutaufgabe angeht. Siemens ist ein behördenartig verkrusteter Konzern mit einem zu geringen Anteil an unmittelbar Werte schaffenden Belegschaftsmitgliedern. Ein neuer Mann an der Spitze wird sich ohne eigenes Netzwerk dort nicht durchsetzen können!

  • Ich versteh den Cromme nicht, nach den vielen Milionen, die er gescheffelt hat, könnt er sich doch längst zur Ruhe setzen und endlich mal ein eigenes Unternehmen aufmachen!

  • Die Parkinson'schen Gesetze haben schon ihre Berechtigung, aber sie sind auch tückisch.

    Herrn Löscher von außen zu holen, um bei Siemens die Korruption auszumerzen, war sicher eine gute Entscheidung. Er hat ja auch insofern die Erwartungen erfüllt. Die Technik ist in dieser Zeit allerdings überall bei Siemens zu kurz gekommen, da Siemens ganz allgemein gesprochen zu sehr mit sich selbst beschäftigt war.

    Herr Cromme hatte sich mit Herrn Löscher aber anderseits einen willfährigen V-Vorsitzenden ausgesucht, was beide wissen mußten.

    Herr Löscher hat es verpaßt, nach seinem ersten Vertrag ehrenvoll auszusteigen. Herr Cromme, der ja auch kein Ingenieur ist, hat den bequemen Weg gewählt und Herrn Löscher behalten, obwohl zum damaligen Zeitpunkt schon erkennbar war, daß er die technischen(!) Rückstände nicht würde aufholen können.

    Siemens hatte in der meisten Zeit seiner Geschichte Ingenieurvorstände. Es ist allerhöchste Zeit, sich wieder auf diese Tradition zu besinnen. Der wirtschaftliche Erfolg wird sich dann zwar nicht automatisch, aber mit größter Wahrscheinlichkeit wieder einstellen.

    mondahu will seine Ruhe haben. Es ist daher zwecklos, ihm den job anzutragen. :)

  • Statt V-Modell ist heute sowieso Agile und Scrum Trumpf...

  • ....hoffentlich hat der AR noch so viel in der Hose, dass am Ende der Sitzung 4 Personen - zu Konditionen wie die entlassenen MA und Führungskräfte auch - verabschiedet werden.
    Person 1 -Löscher
    Wenn er wenigstens ein "Löscher" gewesen wäre. Der AR hätte Löscher und seinen Mentor nach Erledigung des Jobs "Korruption" schon verabschieden müssen. Denn ausser dollen Einkäufen, aufgelegten Programmen und Entlassungen, war es eigentlich ne O-Nummer.
    Person 2 - Cromme
    Als Aufseher in hohem Masse Mitverantwortung für den eingetretenen Wertverlust. Und was die "NRW'ler" können, sollten die "Bayern" auch drauf haben. Wenn aus Brasilien "was wird", wäre es eh nur vorweggenommen (für alle 4).
    Person 3 - Kaeser
    Um Gottes Willen! Einen in Quartalen denkenden Buchhalter an die Spitze von Siemens? Das Unternehmen benötigt wieder einen zupackenden Macher, Techniker an der Spitze und keinen Zahlensteuerer. Da der Herr sein persönliches Schicksal mit den 12% - 2014 verbunden hat, na bitte...
    Person 4 - Ackermann
    Eine Aufzählung der "besonderen" Leistungen dieses Herrn bei der DB erfolgte bereits.

    Besser einen hausinternen durchsetzungsstarken Techniker mit Motivationsqualitäten und einen MITarbeitenden Kaufmann an seiner Seite. Der akzeptiert, der Kaufmann, dass er das Ende der Fahnenstange mit diesem Job bei Siemens erreicht hat.
    Als irgendeinen teuren und fremden Schönwetterkapitän der sich von kostenreduzierendem Programm zu Mitarbeiterfreisetzung und zurück , hangelt. Und damit dem Unternehmen und dem sozialen System Schaden zufügt.

  • Herr Cromme war und ist kein Vorbild als Manager.Das stört ihn sicher nicht.Durch Herrn Crommes Verhalten werden in Deutschland Manager als gierig und rücksichtlos gesehen und als verantwortungslos beschrieben.Das trifft für Herrn Cromme zu,am Freitag wurden mal kurz 4-5 Milliarden an Börsenwert vernichtet.

    Herr Cromme,in Manager,der sich, von der Ex Bundesministerin Zypriss (SPD) eingesetzt einen Leitfaden für saubere Unternehmensführung zu schaffen ,selbst diesen nicht für sich gelten lassen wollte.Herr Cromme`s,wurde Nachfolger der Ex -Coba-Chef und heutige Aufsichtsrat Müller,der dort so "segensreich"wirkte.Herr Cromme,der bei Thyssen Krupp scheiterte und davongejagt wurde..Herr Cromme , der Herrn Löscher`s Vertrag vorzeitig verlängerte.(U. a. soll Herr Löscher für 6 Jahre Arbeit ein Altersruhegeld von 15 oder 17 Mio bekommen.Ein Manager,der so erfolglos handelt(e)muß endlich verschwinden.Man vermeidet weiteren Schaden für die Belegschaften und für die Aktionäre.Es kann doch nicht wahrsein,dass immer wieder diese Art von Geldvernichter ungeschoren davonkommen.

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