Siemens
Cromme - ein Chefaufseher bahnt sich seinen Weg

Bei Siemens hält Gerhard Cromme als mächtiger Strippenzieher viele Fäden in der Hand. Eine zweite Amtszeit als Aufsichtsratschef ist daher gut möglich, zumal die Konzernsatzung dem nicht entgegensteht, wie jetzt bekannt wurde.

MünchenInmitten des Schmiergeldskandals übernahm Gerhard Cromme 2007 den Aufsichtsratsvorsitz bei Siemens, als Heinrich von Pierer seinen Hut nehmen musste. Und Cromme nutzte seinen Einfluss. Er verordnete dem Technologiekonzern im Bündnis mit Josef Ackermann und IG-Metall-Chef Berthold Huber ein neue Compliance-System und holte den bis dato weitgehend unbekannten Österreicher Peter Löscher als neuen Konzernchef.

Schlecht gefahren sind die Münchener bislang damit nicht. Der Schmiergeldskandal ist weitgehend Geschichte, unter Löschers Führung erzielte Siemens sogar Rekordgewinne.

Und auch Cromme gefällt sich durchaus in seiner Rolle. Eine zweite Amtszeit ist daher gut möglich - zumal die Konzernsatzung dem neuerdings nicht entgegensteht, wie am Mittwoch bekannt wurde. Früher mussten die Aufsichtsräte mit 70 Jahren aus dem Kontrollgremium ausscheiden. Doch seit einer Satzungsänderung im vergangenen Jahr, die öffentlich weitgehend unbemerkt blieb, ist das anders.

Nun heißt es in der Satzung lediglich, dass bei der Wahl in den Aufsichtsrat in der Regel nur Kandidaten vorgeschlagen werden sollen, die nicht älter als 70 Jahre sind. Damit könnte sich der Ex-Thyssen-Krupp-Chef im Januar 2013, kurz bevor er 70 Jahre alt wird, noch einmal für eine neue Amtszeit in den Aufsichtsrat wählen lassen. Der Konzern wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern.

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