Siemens
Die Frau fürs Grüne

Barbara Kux treibt als erste Frau im Siemens-Vorstand das Umweltgeschäft kräftig an. Dabei hofft sie auch auf die Konjunkturprogramme. Der Umsatz mit Umwelttechnolgien soll bis 2011 von 19 auf 25 Milliarden Euro steigen. Neben der Zuständigkeit für Nachhaltigkeit und Umwelt ist Kux auch Einkaufsvorstand - und hat damit eine Schlüsselrolle im Konzern.

MÜNCHEN. Als typische Schweizerin ist Barbara Kux ziemlich verschwiegen. Welchen Dienstwagen sie fährt, will die 55-Jährige nicht verraten, die es als erste Frau in den Vorstand des Siemens-Konzerns geschafft hat. Doch bei der Bestellung, erzählt sie, habe sie sich als Erstes eine Liste mit den CO2-Werten der Fahrzeuge in die Hand drücken lassen und dann ein besonders umweltfreundliches Modell ausgewählt. Da setzt sie schon auf eine gewisse Vorbildwirkung, schließlich soll sie als "Chief Sustainability Officer" dafür sorgen, dass der Umsatz mit Umwelttechnologien bei Siemens bis 2011 von 19 auf 25 Mrd. Euro steigt. Was wegen der Rezession wegbricht, soll auch mit Hilfe der staatlichen Konjunkturprogramme an anderer Stelle wieder hereingeholt werden. "Wir halten auch in der Krise an unseren Zielen fest", beteuerte Kux.

Mit ihrem scheuen Lächeln und den dezenten, unauffälligen Business-Kostümen kommt die dunkelblonde Kux eher unauffällig daher. Man sollte sie aber nicht unterschätzen. Denn neben ihrer Zuständigkeit für Nachhaltigkeit und Umwelt spielt sie als Einkaufsvorstand eine Schlüsselrolle im Konzern. Sie ist für ein 40-Mrd.-Euro-Budget verantwortlich und soll die Kosten kräftig drücken. Da Siemens bis zu ihrem Amtsantritt vor gut einem halben Jahr keinen Einkaufsvorstand hatte, kam sie manchem Hierarchen ins Gehege. "Sie hatte durchaus mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen", meint ein Siemens-Manager. Inzwischen seien viele aber froh über die Bündelung der Kräfte beim Einkauf.

Zum Umweltthema kam Kux eher zufällig. In ihrer Zeit beim Siemens-Konkurrenten ABB bat sie ein Verwaltungsrat, ein Kapitel für ein Buch anlässlich des Rio-Gipfels zu schreiben. Seither hat sie das Thema nicht mehr losgelassen. Auch bei Philips war sie in den vergangenen Jahren für Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Geschäfte verantwortlich. Das Thema ist in der Industrie populär. Zum einen wachsen die Märkte für erneuerbare Energien zum Beispiel deutlich schneller als die Industrie insgesamt. Zudem ist das grüne Label gut fürs Image. Der Siemens-Erzrivale General Electric hat die Zugkraft des Themas schon deutlich früher erkannt als Siemens und seine Ecomagination-Kampagne ausgerufen. Siemens rechnete erst Jahre später zusammen, was sich alles unter das Umweltgeschäft subsummieren lässt. Erst im vergangenen Jahr legte Siemens unter dem neuen Vorstandschef Peter Löscher nach - und sieht sich deutlich vor GE. Dabei betont Kux: "Wir sind sehr eng in der Definition."

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