Siemens-Manager Lothar Pauly wird neuer Chef von T-Systems
Abschied vom Sanieren

Als robuste Natur gilt Lothar Pauly im Siemens-Konzern. Ein Macher, den so leicht nichts umhaut. Doch die immer neuen Probleme der von ihm geführten Telekommunikationssparte schlugen dem Manager offensichtlich auf den Magen: Eine Strategiepräsentation musste Pauly im Frühjahr wegen eines Schwächeanfalls unterbrechen, kreidebleich verschwand der stämmige Mann von der Bühne.

HB MÜNCHEN. Zumindest den Knochenjob, das zuletzt hoch defizitäre Telekommunikationsgeschäft von Siemens zu sanieren, kann Pauly nun einem anderen überlassen: Er verlässt das Traditionsunternehmen und übernimmt die Verantwortung für den Vorstandsbereich Geschäftskunden bei der Deutschen Telekom.

Seit Januar hat Europas größter Telekommunikationskonzern unter dem Dach der Konzernsparte T-Systems sowohl die rund 160 000 Geschäftskunden als auch den umsatzstärksten deutschen IT-Dienstleister gebündelt.

Der Bonner Konzern war seit dem überraschenden Tod von Konrad Reiss im April auf der Suche nach einer hochkarätigen Spitze für die wichtige Sparte, zu deren Kunden Firmen wie Daimler-Chrysler gehören. Diese versorgt T-Systems sowohl mit Telekom-Leistungen wie Telefonie und Datennetzen und übernimmt klassische IT-Dienstleistungen wie den Betrieb von Rechenzentren. Die Aufgabe, die Pauly erwartet, ist zwar kaum weniger fordernd als bei Siemens. Einen wichtigen Unterschied gibt es jedoch: Die Sparte ist profitabel und weit davon entfernt, ein Sanierungsfall zu sein. Allerdings sind die Fußstapfen von Konrad Reiß groß. Der Vorgänger, der im April im Urlaub an Herzversagen starb, war beliebt bei den Mitarbeitern.

Gestern wollten zwar weder die Telekom noch Siemens die Personalie kommentieren. Es gilt jedoch nur noch als Formalie, dass der Aufsichtsrat der Telekom die Entscheidung in seiner heutigen Sitzung bestätigt.

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