Siemens: Personalwechsel wegen ICE-Lieferverzögerungen

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Personalwechsel wegen ICE-Lieferverzögerungen

Die Verzögerungen bei der Auslieferung der neuen ICE-Züge haben einen Siemens-Manager seinen Job gekostet. Der Chef der Hochgeschwindigkeitssparte, Ansgar Brockmeyer, wird ausgewechselt. Sein Nachfolger steht schon fest.

MünchenDie Verspätungen bei der Auslieferung der neuen ICE-Züge haben nun auch personelle Konsequenzen. Der Chef der Siemens-Sparte Hochgeschwindigkeits- und Regionalzüge, Ansgar Brockmeyer, muss nach Informationen des Handelsblatts (Donnerstagausgabe) aus Unternehmenskreisen überraschend seinen Posten räumen. Nachfolger wird zum 1. Februar Jürgen Wilder, derzeit Strategiechef des neuen Infrastruktur- und Städtesektors. Brockmeyer soll eine andere Aufgabe im Konzern übernehmen.

Damit greift Siemens-Chef Peter Löscher angesichts der Verzögerungen bei der ICE-Auslieferung nun auch personell durch. Siemens hatte die Verspätungen zwar vor allem auf die komplizierte Zulassung beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zurückgeführt. Bei der Hauptversammlung vor wenigen Tagen räumte Löscher aber auch ein: „Wir haben da unseren Teil der Verantwortung.“

Im vergangenen Jahr klang das noch ganz anders: Damals sah sich Siemens-Chef Peter Löscher nach dem geplatzten Liefertermin für acht neue ICE-Züge nicht als Sündenbock für mögliche Probleme im Winterfahrplan der Bahn. „Wir lassen niemanden im Stich. Unseren Kunden Deutsche Bahn nicht und nicht deren Fahrgäste“, sagte Löscher der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Siemens habe der Bahn ein umfangreiches Winterpaket angeboten. „100-Service-Techniker stehen jederzeit bereit, um Probleme der ICE-Flotte jederzeit beheben zu können.“

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Umsatz nach Sparten / Operatives Ergebnis

2011/2012, in Mrd. Euro


Siemens hatte Ende November 2012 erklärt, dass acht neue ICE 3 des Typs Velaro wegen Software-Problemen nicht wie geplant eingesetzt werden können und dafür scharfe Kritik von der Bahn geerntet. Fernverkehrschef Berthold Huber warf Siemens vor, die Bahnkunden im Stich zu lassen. Auch Bahnchef Rüdiger Grube beschwerte sich öffentlich über die Lieferqualität von Siemens.

An diesem Donnerstag sollen die Probleme bei der Zulassung bei einem Spitzentreffen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, Bahn-Chef Rüdiger Grube, EBA-Chef Gerald Hörster und Vertretern der Bahnindustrie erörtert werden. Die Runde soll Entscheidungen treffen zur Beschleunigung und Vereinfachung der Zulassungsverfahren.

Mit Material von dpa und Reuters

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
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