Siemens-Prozess
Ex-Vorstand Neubürger soll 2,5 Millionen Euro zahlen

Die größte Korruptionsaffäre der deutschen Nachkriegsgeschichte könnte bald ein Ende haben: Siemens Ex-Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger soll 2,5 Millionen Euro zahlen. Aber nur, wenn die Aktionäre zustimmen.
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MünchenSiemens will das letzte Kapitel der Korruptionsaffäre um schwarze Konzernkassen schließen. Der frühere Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger sei bereit, den Rechtsstreit mit einer Zahlung von 2,5 Millionen Euro an Siemens zu beenden, teilte der Technologiekonzern am Freitag in seiner Einladung zur Hauptversammlung mit.

Neubürger erkenne die ihm vorgeworfenen Pflichtverletzungen damit nicht an. Wenn die Aktionäre am 27. Januar dem Vergleich erwartungsgemäß zustimmen, ist die Aufarbeitung der größten Korruptionsaffäre der deutschen Nachkriegsgeschichte gut acht Jahre nach ihrem Beginn beendet.

Die früheren Vorstände um Heinrich von Pierer haben sich bereits allesamt auf Zahlungen an den Konzern geeinigt und überwiesen mit Billigung der Hauptversammlung jeweils bis zu fünf Millionen Euro. Neubürger wehrte sich vor Gericht gegen die Schadenersatzforderungen seines einstigen Arbeitgebers. Er wurde zwar in erster Instanz zur Zahlung von 15 Millionen Euro verurteilt, legte gegen das Urteil jedoch Berufung ein.

„Die Fortführung der gerichtlichen Auseinandersetzung kann noch lange Zeit andauern und für die Gesellschaft zum einen weiteren erheblichen Arbeits- und Kostenaufwand mit sich bringen“, warb der Aufsichtsrat bei den Aktionären für den Vergleichsvorschlag. „Zum anderen ist davon auszugehen, dass die weitere Auseinandersetzung mit Herrn Neubürger erhebliche Aufmerksamkeit der Medien auf sich ziehen würde.“ Die Summe von 2,5 Millionen Euro sei angemessen, weil bei Neubürger ohnehin kaum mehr zu holen sei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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