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Siemens bittet zur Kasse

Aufsichtsrat will von ehemaligen Siemens-Vorständen Schadensersatz fordern: Es könnte insgesamt um eine Milliardensumme gehen. Auch die Ex-Chefs Klaus Kleinfeld und Heinrich von Pierer sollen zahlen.

MÜNCHEN. Für Thomas Ganswindt ist es ein Schock. Nach stressigen Jahren als Siemens-Zentralvorstand hat der drahtige Manager gerade erst den Konzern verlassen, da holt ihn schon die Vergangenheit ein: Im Dezember 2006 steht die Staatsanwaltschaft vor der Tür und verhaftet ihn im Zuge der Schmiergeldaffäre. Eine einst hoffnungsvolle Managerkarriere endet in der Justizvollzugsanstalt Landsberg. Ganswindt kann am Ende froh sein, noch vor Weihnachten wieder auf freien Fuß zu kommen.

Doch die Sache ist noch längst nicht ausgestanden. Dem geständigen Ganswindt droht ein Strafprozess. Jetzt will Siemens ihm und neun weiteren Zentralvorständen ans Portemonnaie. Der Konzern will in der nächsten Wochen Schadensersatzforderungen gegen alle früheren Zentralvorstände aus den Jahren 2003 bis 2006 beschließen. Davon betroffen sind auch der frühere Vorstandsvorsitzende und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer und sein Nachfolger als Vorstandschef, Klaus Kleinfeld.

Siemens-Zentralvorstand zu sein, das war einmal etwas. Der Job versprach ein erträgliches Leben. So richtig verantwortlich für das operative Geschäft waren die Herren im obersten Führungszirkel nicht, eher eine Art betreuende Tutoren. Ganswindt hatte als Verantwortlicher für die defizitäre Telekommunikationssparte noch den härtesten Job. Die Bezahlung war üppig, rund drei Millionen Euro im Jahr schnell drin.

Doch seit der Sturm der Korruptionsaffäre über den Siemens-Konzern hinwegfegte, ist nichts mehr, wie es vorher war. In einer seiner ersten Amtshandlungen schaffte der neue Vorstandschef Peter Löscher das Gremium des Zentralvorstands ab: Die letzten Verbliebenen der alten Garde mussten gehen. Nun werfen Staatsanwaltschaft und Unternehmen der alten Führung vor, sie hätten nicht energisch genug auf die Korruptionshinweise reagiert.

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