Siemens-Vorstand
Scheidende Kux sieht „Auftrag als erfüllt an“

Barbara Kux war die erste Frau im Siemens-Vorstand. Jetzt wird ihr Vertrag beim Mischkonzern nicht verlängert. Ihr Auftrag sei erfüllt, sagt Kux. Den Vertrag nicht zu verlängern, sei ihr Vorschlag gewesen.
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MünchenEinkaufsvorstand Barbara Kux verlässt den Siemens-Konzern 2013 nach nur einer Amtszeit ihr zufolge auf eigenen Wunsch. „Ich sehe meinen Auftrag als erfüllt an“, sagte die Schweizerin dem Handelsblatt. Sie habe einen zentralen Einkauf aufgebaut und die Einkaufskosten in den vergangenen vier Jahren um „einen höheren einstelligen Milliardenbetrag“ gesenkt. Auch die geplanten weiteren drei Milliarden Euro Einsparungen bis 2014 seien auf den Weg gebracht. Daher habe sie vorgeschlagen, ihren Vertrag nicht zu verlängern.

An Kux, deren Vertrag jetzt hätte verlängert werden können, gab es intern auch Kritik. „Als zentrale Leiterin des Einkaufs macht man sich nicht unbedingt beliebt, das ist doch klar“, sagte Kux. Sie kommuniziere gern direkt und sachbezogen. „Heiße Luft zu erzeugen und Everybody's Darling zu sein, das ist nicht mein Bestreben.“

Die Milliardeneinsparungen im Einkauf erreichte Siemens laut Kux durch eine Verringerung der Zuliefererzahl, mehr Einkauf in Schwellenländern und eine Bündelung der Bestellungen. So sei der Anteil des zentralen Einkaufs seit ihrem Amtsantritt von 29 auf 55 Prozent gestiegen.

 
Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

Kommentare zu " Siemens-Vorstand: Scheidende Kux sieht „Auftrag als erfüllt an“"

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  • Als vor gut vier Jahren CEO Löscher und kurz danach Einkaufschefin Kux bei Siemens ankamen, sollten sie auch die Korruption im Konzern bekämpfen.
    Exfinanzminister Waigel bedauert aktuell gerade in diesem Zusammenhang, dass die steuerliche Absetzbarkeit von Bestechungsgeldern nicht schon viel früher abgeschafft wurde.
    Die gezielten Indiskretionen gegen Kux seit einigen Monaten kommen von Innen und richten sich vordergründig gegen Frau Kux, eigentlich aber wohl gegen Löscher und letztlich auch gegen AR-Chef Cromme.
    Vielleicht ist zu viel Sauberkeit bei manchen Vorstandskollegen einfach nicht erwünscht?

  • Bis jetzt hat Siemens für direktes Material zentrale Bündelungsgremien (war vor Fr. Kux bereits existent) und für das indirekte Material eine CSCM IM Organisation aufgebaut.
    Was davon wieder in die kokalen Einheiten zurückverlagert werden soll ist noch offen.
    Das Problem des Einkaufs: er ist nur noch Handlanger und nicht mehr Entscheidungsträger. Dazu kommt: die Entwicklung ist nicht wirklich kaufmännisch veranlagt, denen spielen Kosten anscheinend keine Rolle. Das soll dann bitte der Einkauf richten.
    Solche Tatsachen sind auf "Wolke 7 bei Frau Kux in der Verganenheit leider nicht angekommen und für anfängliche Akzeptanzprobleme gesorgt.
    Aber wie es aussieht hat sich der Wind wieder gedreht.

    Alles wird wieder gut!

  • Im Prinzip hat man eine Quotenfrau gesucht und jetzt erkannt, daß Qualifikation wichtiger als das Geschlecht ist

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