Silicon Valley
Prozess um Sex, Macht und das große Geld

Es wird schmutzige Wäsche gewaschen: In einem Prozess in San Francisco gibt es Einblicke in die Vergnügungen in der Männerwelt des Risikokapitals im Silicon Valley, harte Realitäten und exzessive Vergütungen.
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San FranciscoEllen Pao fühlt sich nicht nur belästigt. Sie sieht sich auch zu Unrecht diskriminiert und bei Beförderungen übergangen, letztlich gefeuert, weil sie zu unbequem wurde. Das sind jedenfalls Kernvorwürfe der Harvard-Absolventin im laufenden Prozess gegen das Venture-Capital-Haus Kleiner Perkins, einer der mächtigsten Risikokapitalgeber zwischen San Francisco und San Jose. Pao hatte dort bis 2012 als Junior-Partnerin gearbeitet.

Am Donnerstag, dem vierten Tag der Anhörungen in San Francisco, gab es einen Einblick in die Gehaltsstrukturen in dem Powerhouse der New Economy. Laut Businessinsider musste Sue Biglieri, Finanzvorstand bei Kleiner Perkins, eher widerwillig darlegen, was die Klägerin verdient hätte, wenn sie denn zum Senior Partner befördert worden wäre. Von vier Junior-Partnern die fast gleichzeitig eingestellt wurden, drei Männer und eine Frau, seien die drei Männer allesamt befördert worden. Pao dagegen nicht.

Rund 516.000 Dollar war das Vergütungspaket von Ellen Pao am Ende ihrer Karriere bei Kleiner Perkins, was nicht wenig ist. Aber ihre beförderten männlichen Kollegen, musste die Top-Managerin von Kleiner Perkins einräumen, machen drei bis mehr als fünfmal so viel, also fast 3 Millionen Dollar pro Jahr.

Die Vorwürfe umfassen Diskriminierungen wie den Ausschluss aus einem Skitrip, die ausdrücklich nur für Männer vorgesehen sein soll. Von andere Veranstaltungen sei sie ausgeschlossen worden, weil „Frauen die Stimmung versauen“ würden. Die Anwälte des Investmenthauses streiten das ab.

Am Freitag, berichtet die Website „re/code“, habe es konkrete Beispiele gegeben. In E-Mails hatte sich Pao intern darüber beschwert, dass sie aus einer Veranstaltung mit einem Start-Up-CEO und Investoren ausgeladen worden sei, damit ein Partner einen Besuch in „einem Club“ organisieren konnte. Danach hätte sie sich Diskussionen über Porno-Stars anhören müssen und über sexuelle Vorlieben von Managing Partnern. Am Ende hätte man ihr geraten, „engere Beziehungen“ zu Partnern aufzubauen.

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