Silvio Scaglia
Nix mit Dolce Vita

Silvio Scaglia hat mit seinem Unternehmen Fastweb den Internethype überlebt. Jetzt verkauft er es an den Konkurrenten Swisscom. Aber der Italiener will es noch einmal wissen – und investiert ins Internetfernsehen.

MAILAND. Mit seiner schlaksigen Figur im grauen Anzug, mit Brille und dem Haarschopf in der Mitte der hohen Stirn kommt Silvio Scaglia wie ein schüchterner Ingenieur daher. Ein Ingenieur ist der 48-Jährige tatsächlich, aber einer, der vor allem, was Geschäftsentscheidungen angeht, alles andere als schüchtern vorgeht. In diesem Frühjahr macht der Gründer und Chairman des italienischen High-Tech-Telekomanbieters Fastweb Kasse: Er verkauft seine Anteile an den Konkurrenten Swisscom.

Anfang dieser Woche hat der Verwaltungsrat von Fastweb der Offerte der Schweizer bereits zugestimmt. In der ersten Aprilhälfte wird das offi-zielle Übernahmeangebot von Swisscom erwartet, über das die Aktionäre entscheiden müssen. Derzeit sieht es so aus, als werde der geplante Verkauf glattgehen, denn Gegenangebote liegen nicht vor.

Die Schweizer werden mit Fastweb ein Unternehmen übernehmen, das sich weltweit als erster so genannter Triple Player – als Anbieter von Festnetztelefon, Breitband-Internet und Fernsehen per Internetprotokoll – einen Namen machte. Und Scaglia wird um weitere Millionen reicher, die er gleich wieder investiert.

„Silvio Scaglia ist ein Visionär“, sagt ein Ex- Mitarbeiter über den Unternehmer, den das US-Magazin vor drei Jahren in seiner Titelgeschichte zu einem „Global Tech Guru“ kürte. Auch wenn der Aktienkurs im Vergleich zu den Hoch-Zeiten nur noch bei einem Fünftel liegt, ist Fastweb doch eines der wenigen Unternehmen, die den Internethype überlebt haben. Und Scaglia hat eine gute Nase für lohnende Investitionen bewiesen.

Auch Ende der neunziger Jahre. Da nutzt der ehemalige McKinsey-Berater, der bereits dem Vespa-Hersteller Piaggio und dem zweitgrößten Mobilfunkanbieter Omnitel seinen Stempel aufgedrückt hat, eine günstige Gelegenheit: Die Mailänder Stadtwerke suchen einen Investor, der das brachliegende Glasfasernetz übernehmen will. Scaglia greift zu und gründet 1999 das Unternehmen e.Biscom, das in ganz Italien ein Glasfasernetz baut. Im März 2000 bringt Scaglia das Unternehmen an die Börse.

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