Skandal bei Hightech-Firmen
Optionen sind für Manager oft eine Einladung zum Missbrauch

Eine Reihe von US-Firmen, überwiegend aus der Hightech-Industrie, steht unter dem Verdacht, Optionen für ihre Topmanager nachträglich auf Daten ausgestellt zu haben, an denen die Aktienkurse besonders tief notierten.

je PORTLAND. Weil darauf folgende Kurssteigerungen, die den Wert der Optionen erhöhen, bereits stattgefunden haben, kommt diese illegale Praxis der Ausfüllung eines Lottoscheins nach der Ziehung der Zahlen gleich. US-Staatsanwälte und die Finanzaufsicht SEC prüfen derzeit die Optionsgewährung von mindestens 20 Firmen; gegen sieben wurden offizielle Untersuchungen eingeleitet.

Optionen sind das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu erwerben. Liegt der Kurs an der Börse darunter, sind die Optionen wertlos. Umgekehrt gilt, dass eine Option wertvoller wird, umso höher die Börsennotierung über den so genannten Ausübungspreis steigt. In einer Artikelserie deckte das Wall Street Journal auf, dass unter anderem die Topmanager von KLA-Tencor Corp., einem Anbieter von Maschinen für die Halbleiterproduktion, und von Trident Microsystems zwischen 1994 und 2001 wiederholt zu einem Zeitpunkt mit Optionen bedacht wurden, an denen die Aktienkurse kurz vor einem steilen Anstieg standen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies reiner Zufall war, ermittelten die Experten mit eins zu 20 Millionen. Unter den Firmen, die in den Verdacht der Rückdatierung von Optionen geraten sind, befinden sich bislang keine großen Namen. Analysten von Citigroup untersuchten mittlerweile die Optionspraktiken größerer Firmen wie Microsoft, Adobe, Oracle oder Red Hat, fanden aber keine verdächtige Korrelation zwischen Optionsdaten und Kursentwicklung.

Ab Mitte der 80er-Jahre wuchs die Bedeutung von Optionen als Instrument der Vergütung rasant. Ihre Befürworter sahen darin die Möglichkeit, die Interessen von Managern und Beschäftigten mit denen der Aktionäre auf einen Nenner zu bringen. Neben der Zahl der gewährten Optionen konnten Aufsichtsräte unter anderem eine Wartefrist für ihre Ausübung setzen, um Betriebstreue zu fördern oder den Ausübungspreis erheblich über den Tageskurs zu legen, um einen zusätzlichen Leistungsanreiz zu schaffen.

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