Skandal um Vermögensverwalter
Bernard Madoff: Die Filmbranche eingeseift

Der Fall Madoff zieht immer weitere Kreise. Jetzt zeigt sich: Der Vermögensverwalter führte auch Prominente wie Steven Spielberg mit raffinierten Manövern hinters Licht. Sein System war offenbar einfach, aber effektiv.

DÜSSELDORF. Die Liste der Opfer von Bernard Madoffs Schneeballsystem wird länger und prominenter. Neben der Wunderkinder-Stiftung des US-Regisseurs Steven Spielberg, die bis zu 70 Prozent ihres Vermögens bei Madoff angelegt haben soll, gehören auch Dreamworks Animation-CEO Jeffrey Katzenberg, die Stiftungen von Medienmogul Mort Zuckerman und Nobelpreisträger Ellie Wiesel sowie der US-Mäzene Robert Shapiro und seiner Frau Ruth zu den Opfern. Insgesamt hatten Anleger jüngsten Schätzungen zufolge mehr als 33 Mrd. Euro bei Madoff investiert.

Der Vermögensverwalter war am Donnerstag vergangener Woche verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, mit Hilfe eines Schneeballsystems bis zu 50 Mrd. Dollar seiner Kunden veruntreut zu haben. Der Druck auf die Aufsichtsbehörden wächst, denn sie hätten nach Meinung der Opfer früher einschreiten müssen. Der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC, Christopher Cox, räumte schwere Fehler seiner Behörde ein und kündigte interne Ermittlungen an. Mindestens seit 1999 hätten SEC-Mitarbeiter "glaubwürdige und konkrete" Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei Madoff erhalten, sagte Cox.

Unter anderem hatte 1999 ein Konkurrent die SEC gewarnt, dass bei Madoffs Gewinnen etwas nicht legal sei. Statt eine formelle Untersuchung einzuleiten, bei der Madoff unter Eid hätte aussagen müssen, verließen sich die SEC-Mitarbeiter jedoch auf die von Madoff freiwillig vorgelegten Informationen. 2005 schließlich untersuchte die SEC das Brokergeschäft von Madoff, nachdem ein Investmentmanager und Presseberichte die erzielten Renditen in Frage gestellt hatten. Im vergangenen Jahr wurde die Prüfung jedoch eingestellt. Tatsächlich hatte Madoff das Geld seiner Kunden scheinbar nie angelegt, sondern die Renditen jeweils mit Geld neuer Anleger bezahlt - bis das System zusammenbrach.

Madoff habe alle durch komplizierte Manöver getäuscht, erklärte SEC-Chef Cox. Er habe seine Bücher in verschiedenen Versionen geführt, Dokumente gefälscht und Anlegern und Aufsichtsbehörden Falschinformationen über seine Tätigkeit als Anlageberater geliefert.

Seite 1:

Bernard Madoff: Die Filmbranche eingeseift

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%