Small Talk ist unverzichtbar
Jeder hat Benimm – nur der andere nicht

Fachwissen wird für Manager immer unwichtiger. Aber auftreten können und parkettsicher sein, das hat international Zukunft.

HB. „Schlechter Benimm, der ärgert mich richtig,“ sagt Konstantin Mettenheimer, Partner der internationalen Top-Anwaltskanzlei Freshfields. Damit meint der Frankfurter nicht das korrekte Vorstellen oder dass man eine Dame vorgehen lässt. Er zielt eher auf Vorfälle wie diesen ab: Dass in einer Runde mit Vorgesetzten der einzige Nachgeordnete keinen Kaffee in seine Tasse eingeschenkt bekommt . „Als Zeichen mangelnder Wertschätzung und Achtung.“ Dann greift Mettenheimer selbst zur Kanne. Bei der nächsten Runde. Dann gießt er erst dem Übergangenen ein, dem Underdog in diesem Kreis, und erst zuletzt bedient er den Übeltäter. Demonstrativ.

Der Fall ist noch harmlos. Tatsächlich spielt sich das Leben im Job-Alltag eher so ab: Da mailt ein Bayer seiner Kollegin, als es um einen Fall von Frauendiskriminierung geht: „Ich kann doch nichts dafür, wenn Sie keine Kinder bekommen.“ Oder: Ein Team hat einen weiblichen Gast. Mit ihr stürzen der Chef und sein Vize in den bereits zur Hälfte besetzten Fahrstuhl – und lassen die verblüffte Teamkollegin vor den sich schließenden Türen draußen stehen. Kurz, Rücksichtslosigkeiten und Schläge unter die Gürtellinie sind Gang und Gäbe. Absichtlich oder nicht.

Darf ich in Meetings mein Gegenüber unterbrechen? Wen muss ich im Mailverkehr auf „cc“ setzen, wenn ich ein neues Projekt angehe? Unsere Business-Behaviour-Expertin Gabriele Schlegel antwortet auf Ihre ganz persönlichen Fragen und gibt Tipps – schreiben Sie ihr:  hb.behaviour@vhb.de.

Die Fragen und Antworten sind nachzulesen unter  http://www.handelsblatt.com/behaviour.

Weit verbreitet ist diese Selbsteinschätzung, die oft noch stolz verkündet wird: „Ich habe gute Manieren – wenn es drauf ankommt.“ Dabei „beweist genau diese Einschränkung die schlechte Erziehung des Betreffenden. Denn entweder man hat sie oder nicht. Immer und überall. Umgangsformen sind nichts, was man nur nur im Bedarfsfall zückt“, kommentiert Gabriele Schlegel, Dozentin für Business Behaviour, also Benimm im Geschäftsleben, an der Fachhochschule (FH) Bonn-Rhein-Sieg. Dies ist die erste Hochschule, die in Deutschland Studenten die richtigen Umgangsformen beibringt. Ganz nach dem US-Vorbild, wo junge Menschen an College und Universität in Vorlesungen lernen, wie sie sich kleiden und benehmen müssen, um im Beruf Erfolg zu haben. Jede Uni-Homepage liefert Infos, jede Bibliothek hat Lehrbücher hierzu en Gros.

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