Softbank-Chef Masayoshi Son
Der nächste Coup des großen Zockers

Masayoshi Son spielt gerne mit hohem Einsatz: Der Chef des japanischen Softbank-Konzerns überrascht regelmäßig mit gewagten Deals. Jetzt setzt er knapp 30 Milliarden Euro auf den britischen Chipkonzern ARM.

TokioDer japanische Milliardär Masayoshi Son sorgte erst vor wenigen Wochen für Schlagzeilen, als er mit 58 Jahren beschloss, doch noch länger an der Spitze seiner Firma Softbank zu bleiben. Der als Nachfolger designierte ehemalige Google-Manager Nikesh Arora ging, der Schritt wurde als Entscheidung eines Vollblut-Unternehmers, der nicht loslassen kann, interpretiert. Doch der Grund dürfte der Milliarden-Deal um den Chipentwickler ARM gewesen sein, den Son noch persönlich betreuen will.

Masayoshi Son wagt gern große Einsätze. Als zur Jahrhundertwende die Internet-Blase platzte, verlor er dadurch viel Geld. Aber die frühe Investition in den Internet-Pionier Yahoo erwies sich als Goldgrube. Son riskierte auch viel, als er 2006 Vodafone das Japan-Geschäft für rund 15 Milliarden Dollar abkaufte – doch es wurde ein Erfolg.

Beflügelt davon griff Son 2012 auch nach dem amerikanischen Mobilfunk-Anbieter Sprint und blätterte mehr als 20 Milliarden Dollar für die Mehrheit hin. Hier könnte er sich aber verspekuliert haben: Im Schatten der beiden Giganten AT&T und Verizon Wireless hat Sprint immer noch zu kämpfen, der pfiffige Rivale T-Mobile US punktet mit ausgefallenen Aktionen, Softbank hat Schulden von über 100 Milliarden Dollar. Aber ganz typisch für Son legt er jetzt statt zu sparen noch eins drauf mit dem rund 24 Milliarden Pfund schweren Deal um ARM.

Son wurde geboren in der Familie eines koreanischen Fischers. Als junger Mann schaffte er es, ein Treffen mit dem Gründer von McDonald's Japan, Den Fujita, zu erreichen, der ihm empfahl, Englisch zu lernen und in die USA zu gehen. Son schaffte es an die University of California in Berkeley und studierte dort Computerwissenschaften und Wirtschaft. Nebenbei versuchte er sich als Unternehmer: Er verkaufte an den Elektronik-Riesen Sharp das Konzept eines Übersetzungs-Geräts und steckte das Geld in den Import von „Space-Invaders“-Spieleautomaten aus Japan in die USA.

Softbank gründete Son 1981 als Firma für den Handel mit PC-Software. Der Durchbruch kam schnell mit einem glücklichen Exklusiv-Deal mit der Elektronik-Handelskette Joshin Denki. Das dabei verdiente Geld, investierte Son in viele junge Unternehmen – unter anderem Yahoo.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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