Software AG
Karl-Heinz Streibich will in die erste Liga

Seit langem beklagt der Software-AG-Chef die Zersplitterung von Europas IT-Branche. Nun schafft der Manager einen nationalen Verbund und übernimmt den Wettbewerber IDS Scheer. Gemeinsam sollen die Unternehmen den Wachstumskurs fortsetzen.

MÜNCHEN. Seit Jahren setzt sich Karl-Heinz Streibich vehement für einen europäischen IT-Verbund ein, um mit den übermächtigen amerikanischen Konkurrenten mithalten zu können. "Das Urproblem unserer Branche in Deutschland und Europa ist, dass wir eine Initiative für die IT-Industrie brauchen, die dem Modell der Star Alliance in der Luftfahrt folgt", polterte der Chef der Software AG schon öfter.

Bis heute ist aus der Idee nichts geworden, spielen die meisten europäischen IT-Firmen nur in der zweiten Liga. Um voranzukommen, baut der Manager jetzt auf einen nationalen Verbund und übernimmt den Wettbewerber IDS Scheer. Auf die Saarländer hatte der Vorstandsvorsitzende des nach SAP zweitgrößten deutschen Softwareanbieters schon lange ein Auge geworfen. Unternehmensgründer August-Wilhelm Scheer kennt er gut. "Scheer und ich sind seit Jahren im Gespräch", sagt Streibich. "IDS war schon länger auf unserem Radarschirm. Jetzt erst war die Zeit reif."

Die Akquisition ist eine Genugtuung für Streibich, denn schon seit Jahren versucht er zu beweisen, dass die europäische und damit auch die deutsche IT-Industrie das Zeug haben, weltweit führend zu sein. "Der Schritt ist konsequent", sagt denn auch Rüdiger Spies vom Marktforscher IDC. In den vergangenen Jahren haben vor allem aggressive US-Anbieter wie Oracle durch Übernahmen von sich reden gemacht.

Als Streibich 2003 den Chefposten in dem Darmstädter Unternehmen übernimmt, befindet sich die Software AG in einer schweren Krise. Der Hoffnungsträger, die Internet-Programmiersprache XML, erfüllt bei weitem nicht die Erwartungen, die Zukunft steht infrage. Streibich baut um, konzentriert sich zunächst auf das Stammgeschäft mit Großrechner-Programmen und erkennt die Chancen bei Programmen, die jenen bunten Flickenteppich aus unterschiedlichen Software-Varianten glätten, der die IT vieler Unternehmen darstellt. Das Konzept geht auf, die Firma hat sich auch in der gegenwärtigen Krise gut geschlagen.

Streibich ist ein Mann der Worte und der Taten. Mitarbeiter, momentane und frühere, beschreiben ihn als "durchsetzungsstark, mit schneller Auffassungsgabe". "Er hört zu, diskutiert viel, lässt sich dabei Zeit. Wenn er aber dann seine Entscheidung gefällt hat, setzt er sie konsequent und vor allem zügig um", sagt ein früherer Kollege aus der Debis-/T-Systems-Zeit.

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