Software zum Downloaden
Gründerpreis für Podcast-Spezialisten

Einfach, schnell und gratis kann man sie bekommen. Eine Software zum Downloaden von Mediendateien aus dem Internet für jeden MP3-Player, entwickelt von zwei Studenten der Bauhaus-Universität Weimar. Dafür erhielten sie jetzt den Multimedia-Gründerpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI).

DÜSSELDORF. Als Mitgründer des US-Unternehmens Podcast Ready Inc. haben Christian Rotzoll und Hagen Tönnies auf der Computermesse Cebit den Multimedia-Gründerpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) erhalten.

Ihre Idee setzten die beiden Neuntsemester, die das Fach Mediensysteme studieren, innerhalb eines selbst initiierten Forschungsprojektes um. Im Fokus des Studiengangs steht der Umgang mit computergestützen Medien. „Als Podcasting Ende 2004 zum Thema wurde, fragte ich mich, warum nicht Audio-Mitschnitte aus Vorlesungen oder Vorträgen den Studenten der Uni zugänglich machen?“, erinnert sich Christian Rotzoll.

Gemeinsam mit seinem Studienkollegen Hagen Tönnies entwickelte der 28jährige die Internetpräsenz www.podblogger.de, um Mediendateien zu verbreiten und allgemein zugänglich zu machen. Daraus entstand die Software „Podcatcher on a stick.“ Bislang mussten die Nutzer eine entsprechende Software auf ihrem PC installieren und von dort die Liste der Dateien auf ihrem MP3-Player verwalten. Die beiden Studenten setzen auf ein einfacheres System. Der 26jährige Hagen Tönnies betont: „Der Clou ist, dass unsere Software mit kleinem Speicherbedarf direkt auf dem MP3-Player abgelegt wird – quasi ein Podcast-Abo für die Hosentasche. Neue Sendungen kann man über alle Computer auf seinen MP3-Player transferieren.“ Besonders günstig ist dies, wenn man keinen eigenen PC besitzt. „Unser Vorteil ist, dass sich bislang vieles auf den iPod konzentriert hat. Die Software iTunes beispielsweise unterstützt nur dieses Produkt“, so Tönnies. Und Christian Rotzoll ergänzt: „Unsere Software hingegen unterstützt fast alle erhältlichen MP3-Player und wird direkt von dem Gerät aus gestartet.“

Nachdem die beiden Studenten in Deutschland zunächst auf wenig Interesse stießen, suchten sie in den USA nach Partnern, die sie über die Bloggerszene fanden. Unterstützung gab es bald von dem Texaner Russel Holliman, mit dem die beiden Weimarer Studenten das Unternehmen Podcast Ready Inc. gründeten. Das große Investorennetzwerk BFJ Mercury übernahm die Grundfinanzierung für myPodder, die kommerzielle Version des „Podcatcher on a stick“.

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Auf der Unternehmenswebsite www.podcastready.com können die Nutzer myPodder gratis herunter laden und sich einen Account anlegen, um Sendungen zu abonnieren und sich auszutauschen. Daneben stellt die Belieferung von Herstellern mit der Software das Hauptgeschäft dar. Die Firma iRiver, ein Apple-Konkurrent, wird in den nächsten Monaten MP3-Player auf den Markt bringen, die mit der Software ausgerüstet sind. Das Angebot zielt wegen der einfachen Funktionsweise besonders auf Podcasting-Einsteiger.

Ein Hindernis nahmen die Existenzgründer bereits. Der Computerhersteller Apple beanspruchte den Begriff „pod“ für sich und forderte das junge Unternehmen im vergangenen Herbst auf, sich einen anderen Namen zu suchen. Da sich die Wörter „podcastig“ oder „pod“ seit einiger Zeit im US-Wörterbuch befinden, fehlte einer Klage jedoch die rechtliche Grundlage.

Jetzt trägt die Arbeit endlich auch in Deutschland Früchte: Beim von BMWI veranstalteten Gründerwettbewerb „Mit Multimedia erfolgreich starten“ konnten die beiden Preisträger den Hauptpreis verbunden mit einem Preisgeld von 25 000 Euro mit nach Hause nehmen, dazu ein Coachingprogramm sowie die Einladung zum Gründerkongress Multimedia 2007 in Berlin. Dort könnten die Weimarer dann auch Kontakte zu deutschen Firmen knüpfen.

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