Softwarebranche
Microsofts Deutschlands-Chef geht im Streit

Der Deutschland-Chef von Microsoft verlässt den amerikanischen Softwareriesen nach vier Jahren im Streit um die Strategie. Offenbar wollte sich Jürgen Gallmenn nicht damit abfinden, dass der Spielraum für die deutsche Microsoft-Niederlassung von der Konzern-Zentrale in den USA immer stärker eingeengt werden sollte.

HB MÜNCHEN. In einer E-Mail von Gallmann an die Microsoft-Mitarbeiter, die der Nachrichtenagentur dpa vorlag, heißt es: „Die starke Verlagerung von Entscheidungsspielräumen in die Corporation, mehr aber das darin zum Ausdruck kommende gewandelte Verständnis der Rollen von Muttergesellschaft und der Microsoft Deutschland GmbH haben mich veranlasst, diesen Schritt zu gehen.“ In einer Pressemitteilung von Microsoft hieß es, dass Gallmann um Auflösung seines Vertrags wegen unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Ausrichtung der Microsoft Deutschland GmbH gebeten hatte.

Der 44-jährige Topmanager, der bei Microsoft auch die Funktion des Vice President EMEA (Europe, Middle East and Africa) bekleidet, scheidet offiziell erst zum Jahresende aus. Jedoch übernimmt sein Nachfolger Klaus Holse Andersen (45) übergangsweise die Leitung des Unternehmens mit sofortiger Wirkung. Andersen verantworte zuvor den Bereich Geschäftssoftware von Microsoft EMEA.

Microsoft-Chef Steve Ballmer sagte, er bedauere sehr, dass Gallmann das Unternehmen verlasse und dankte ihm für seinen Einsatz. „Wir werden auch in Zukunft freundschaftlich verbunden bleiben“, sagte Ballmer weiter.

Gallmann war im November 2002 von IBM zu Microsoft Deutschland gekommen und hatte das Unternehmen seitdem geleitet. Der Wirtschaftswissenschaftler hatte Microsoft Deutschland mit rund 1500 Mitarbeitern übernommen und auf knapp 2000 Mitarbeiter ausgebaut, zudem war er als Präsidiumsmitglied der Branchenverbandes BITKOM tätig. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Chef von Microsoft Deutschland betrieb Gallmann eine aktive Standortpolitik und trat gegenüber Entscheidungsträgern der Politik häufig mit Forderungen zu den Wirtschaftsbedingungen in Deutschland auf.

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