Solar
Alfred Ritter: Der Therapeut mit Schokoladenseite

Ritter-Sport-Erbe Alfred Ritter setzte früh auf das Geschäft mit der Sonne - Obwohl er sich heute dem Schoko-Imperium widmet, schlägt sein Herz für die Solar-Branche.

BREMEN. Wofür er in den vergangenen Jahren im Einsatz gewesen ist? Da muss Alfred Ritter nicht lange überlegen: "Mehr für die Sonne als für die Schokolade", sagt der Unternehmer.

Vom Enkel des Schokoladenfabrikanten, der es mit "Ritter Sport" zu Ruhm und Ehre gebracht hat, hätte man eigentlich eine andere Antwort erwartet. Doch Alfred Ritter ist schon seit fast 20 Jahren nicht mehr allein im Schokoladengeschäft aktiv, sondern hat mit großem Erfolg sein Solarenergie-Unternehmer aufgebaut - denn die Sonne ist neben der Schokolade seine eigentliche Leidenschaft.

Wie sehr ihm sein Unternehmen am Herzen liegt, zeigt auch, dass Ritter freimütig zugibt, die Geschäftsführung beim Schokoladenhersteller Alfred Ritter GmbH & Co KG im vergangenen Dezember "ein bisschen widerwillig" übernommen zu haben. Beim Familienunternehmen musste der Gründer-Enkel nach Unstimmigkeiten mit der früheren Geschäftsführung "einiges gerade biegen." Und so wird Alfred Ritter erst einmal wieder häufiger für die Schokolade im Einsatz sein als für die Sonne.

Doppelte Bestätigung nach der Durststrecke

Zwischen der Schokoladen- und der Sonnenseite hin und her zu pendeln, ist sicherlich kein unangenehmes Geschäft - vor allem weil es für Alfred Ritter in beiden Branchen so gut läuft: Der Marktanteil der Tafelschokolade, die laut Werbeversprechen "quadratisch, praktisch, gut" ist, liegt bei 21,5 Prozent. Und das Auslandsgeschäft zieht an.

Gleichzeitig ist der Markt für Ritters Sonnenenergie-Firma Paradigma geradezu explodiert: "Für dieses Jahr erwarten wir einen Umsatzzuwachs um 50 Prozent auf 100 Mill. Euro", berichtet Ritter stolz. Über zehn Jahren nach Firmengründung hatte Paradigma erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Jetzt zahlt sich die Investition aus - und Ritter fühlt sich nach der langen Durststrecke doppelt bestätigt.

Alfred Ritter wusste schon früh, was er wollte: Sich nämlich nicht auf das Familiengeschäft mit der Schokolade beschränken. Lieber studierte er Psychologie, betrieb zeitweise eine therapeutische Praxis. Als "interessierter Laie" sei er dann Mitte der achtziger Jahre auf die erneuerbaren Energien gestoßen. Auslöser für seine unternehmerischen Aktivitäten war der Gau im Kernkraftwerk von Tschernobyl vor zwanzig Jahren: "Mir wurde dadurch klar, dass es so nicht weitergehen kann", erinnert sich der Unternehmer.

Als Öko-Pionier suchte er gezielt nach Wegen, auf denen er die Atomkraft überflüssig machen könnte. Er fand sie in der Wärme- und Stromgewinnung mit Solarenergie. "Damals galt man noch als ideologisch verbohrter Spinner", erinnert sich Ritter. "Heute ist es Konsens, dass die Sonnenenergie einer der wesentlichen Schlüssel für die Zukunft der Menschheit liefert."

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