Sonja Gräfin Bernadotte
Mentorin der Wissenschaften

Sonja Gräfin Bernadotte ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Sie hat die Blumeninsel Mainau zu einer Touristenattraktion gemacht.

DÜSSELDORF. Alle zwei Jahre trifft sich die Crème de la Crème der Wissenschaften zum Nobelpreisträgertreffen in Lindau am Bodensee. In diesem Jahr diskutierten die Wirtschaftswissenschaftler mit Nachwuchskräften vor allem über die Finanzkrise. Dass die internationalen Koryphäen seit den 50er-Jahren in den südlichsten Winkel Deutschlands kommen, ist das Verdienst des Grafen Lennart Bernadotte und seiner Frau Sonja. Bernadotte verzichtete einst auf den schwedischen Thron und zog sich auf die Insel Mainau zurück. Die Blumeninsel baute er zu einem Zuschauermagneten aus. Gleichzeitig nutzte er die guten Kontakte zum schwedischen Königshaus, um als Schirmherr der Nobelpreisträgertagungen gleich bei der Verleihung der Nobelpreise in Stockholm die neuen Preisträger für das nächste Treffen am Bodensee zu gewinnen.

Seine zweite Ehefrau Sonja, seine ehemalige Assistentin, teilte seine Leidenschaften sowohl für die Nobelpreisträgertagung als auch die Blumeninsel. Beide führten mit ihren fünf Kindern ein öffentliches Leben im Schloss. Vor vier Jahren starb der Graf im hohen Alter von 95 Jahren. Sonja Bernadotte hatte die Funktionen des Gatten da schon längst übernommen. Gestern ist auch sie im Alter von 64 Jahren in der Freiburger Klinik gestorben. In den vergangenen Monaten hatte sie sich immer weiter aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen. Ihre älteste Tochter Bettina hat ihre Funktion als Geschäftsführerin der Mainau GmbH, immerhin ein mittelständischer Betrieb mit 300 Beschäftigten und rund 20 Millionen Euro Umsatz, seit Anfang 2007 übernommen. Als letzter Schritt des Generationswechsels übernahm Bettina auch die Aufgabe als Präsidentin des Kuratoriums für die Nobelpreisträgertagungen.

Gräfin Sonja soll in der Gruft der Schlosskirche der Insel neben ihrem Mann beigesetzt werden.

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