Sony-Chef
Howard Stringer: Zu alt für Computerspiele

Howard Stringer bekommt den Elektronikkonzern Sony nicht in den Griff. Die Talfahrt der einstigen Design- und Technologielegende hält an. Jetzt streicht Stringer Tausende Stellen – wieder einmal.

DÜSSELDORF. Zumindest Humor hat er ja, der Howard Stringer. „Wir sind so groß, dass wir auch ein Produkt zweimal in verschiedenen Konzernteilen entwickeln, und keiner merkt es“, prustete ein gut gelaunter Sony-Chef im Interview mit der New Yorker Journalisten-Legende Charlie Rose in die TV-Kameras.

Das war im Oktober 2008, gute drei Jahre nachdem der gebürtige Waliser und Wahlamerikaner beim japanischen Medien- und Elektronikgiganten angetreten war, um genau diesen Zustand der unproduktiven Sprachlosigkeit zu beenden und Sony auf Wachstumskurs zu trimmen.

Doch wenig ist davon zu spüren, obwohl er Kosten gesenkt, Tausende entlassen und den Konzern umgebaut hat. Und dem Rest der rund 160 000 Sony-Mitarbeitern ist das Lachen längst vergangen.

Denn die Talfahrt der einstigen Design- und Technologielegende mit ihrem Gemischtwarenladen von TV-Geräten über Videokameras bis zu Kinofilmen und Spielekonsolen hält an. So schlimm, dass die nächste Sparwelle auf den Konzern zurollt, ganze zwei Monate nach dem entspannten TV-Auftritt und kurz nach der jüngsten Gewinnwarnung.

„Die Verschlechterung des Umfelds, ausgelöst durch die Finanzkrise, hat eine Situation geschaffen, wie sie Sony noch nie zuvor zu bewältigen hatte“, stimmt Stringer die Mitarbeiter in einer E-Mail auf harte Zeiten ein. „Deshalb mussten wir sofort handeln.“

Weitere 8 000 Mitarbeiter, überwiegend im schwer angeschlagenen Elektronikgeschäft, müssen gehen, daneben noch Tausende Leih- und Teilzeitarbeiter. Gut 30 Prozent der geplanten Investitionen in der Elektroniksparte werden eingespart, Fabriken stillgelegt. Umgerechnet rund eine Milliarde Dollar will Stringer so bis Ende März 2010 sparen.

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