Sorpetaler Fensterbau
Zum Verlieben

Wie sich das Familienunternehmen Sorpetaler Fensterbau durch innovative Produkte dem Abwärtssog in der Bauindustrie entzieht und im schrumpfenden Markt sogar wachsen kann.

Die existenzbedrohende Krise der Bauindustrie nahm Eduard Appelhans als Herausforderung. Appelhans ist Chef der Sorpetaler Fensterbau im sauerländischen Sundern-Hagen - mit 70 Mitarbeitern in der vor allem aus Kleinst- und Kleinbetrieben bestehenden Branche schon fast ein Großer. Baukrise heißt für das Familienunternehmen, das aus einer vor 125 Jahren gegründeten Schreinerei hervorging: 1997 wurden 24 Millionen Fenster in neue oder renovierte deutsche Häuser und Wohnungen eingesetzt, 2005 knapp 12 Millionen. 2006 werden es - so viel ist absehbar - nur noch gut elf Millionen sein. Ein Rückgang um mehr als die Hälfte also.

Vor fünf Jahren fragten sich Appelhans und seine Führungscrew, ob und wie sie sich diesem Abwärtssog entziehen könnten. In einer modernen Produktionsstraße stellte das Unternehmen schon damals vor allem hochwertige maßgefertigte Holz- und Holz-Aluminium-Fenster her. Zwei-, dreimal im Jahr bestellten Gastronomiebetriebe und Privatkunden auch Schiebefenster, deren untere Hälfte sich vertikal nach oben heben lässt. So wie man sie aus alten Filmen kennt - nur dass das Sorpetaler Schiebefenster dem Benutzer, der sich hinausbeugt, dank einer ausgeklügelten und patentierten Technik nicht wie ein Fallbeil ins Genick sausen kann.

Solche Fenster-Unikate, die in der Gründerzeit in jede Villa gehörten, stellt heute kaum ein Konkurrent mehr her. Auch Appelhans war drauf und dran, die Anfragen künftig abzuwimmeln: "Das war jedesmal ein neuer Konstruktionsvorgang." Obwohl die Edelfenster fünfmal so teuer waren wie ein normales Fenster mit Flügeln, "zahlten wir bei jedem Auftrag drauf".

Appelhans? Frau Elisabeth, eine gelernte Lehrerin, die heute bei Sorpetaler Vertrieb und Marketing leitet, sah die Sache anders. "Was uns fehlte", sagt die Quereinsteigerin, "war ein Produkt, das Sorpetaler als Marke bekannt macht." Eines, das als Türöffner fungieren konnte, um Kunden auch auf das Standardsortiment aufmerksam zu machen. Kurz: "Ein Fenster zum Verlieben."

Das sah sie in den Schiebefenstern, die eingebaut werbewirksame Fotos hergaben. Eduard Appelhans und seine Tüftler ließen sich auf die Idee ein und standardisierten den Produktionsprozess über zwei Jahre so, dass sie ein Schiebefenster nun ab 1 200 Euro anbieten konnten, mit elektrischem Antrieb ab 2 000 Euro. Vorher waren die Einzelstücke zwei- bis dreimal so teuer.

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