Spanien
Banker im Kreuzfeuer

Der Druck, der auf Miguel Blesa lastet, ist ihm anzumerken. Um die Wiederwahl von Madrids Sparkassenpräsident ist ein politisches Ränkespiel entbrannt, die Regierungschefin der Region Madrid würde Blesa liebend gern durch einen ihrer Getreuen ersetzen. Der 61-Jährige muss um seinen Posten kämpfen. Und gegen die Finanzkrise. In dieser Reihenfolge.

MADRID. Der Druck, der auf Miguel Blesa lastet, ist ihm anzumerken. Der langjährige Chef der zweitgrößten spanischen Sparkasse Caja Madrid legt sich mit Journalisten an, verweigerte Reportern der Wirtschaftszeitung El Economista zuletzt gar den Zutritt zur Bilanzpressekonferenz. "In meinem Haus lade ich ein, wen ich will", schnaubt der sonst so distinguierte 61-Jährige mit der sorgsam zurückgekämmten weißgrauen Mähne und dem schmalen Gesicht.

Dieses Gesicht wird seit Monaten ständig in den Medien abgebildet - ungewöhnlich für einen Sparkassenpräsidenten. Aber Blesa ist zwischen die politischen Fronten geraten. Er muss um seinen Posten kämpfen. Und gegen die Finanzkrise. In dieser Reihenfolge.

Heute ist ein entscheidender Tag im ersten Kampf, den um seinen Posten als Sparkassenpräsident. Seit gestern Nachmittag berät die Hauptversammlung von Caja Madrid über ein neues Gesetz, welches der Regierungschefin der Region Madrid, Esperanza Aguirre, mehr Macht über die Kasse geben würde: Kommt das Gesetz durch, kann sie Blesa durch einen ihrer Getreuen ersetzen. "Die Kontrolle über ein Finanzinstitut mit so großen Finanzmitteln wie Caja Madrid ist sehr nützlich für eine politische Partei", sagt Javier Lopez, Generalsekretär der Gewerkschaft CCOO, die auch im Aufsichtsrat von Caja Madrid sitzt.

Schon im kommenden Sommer muss Caja Madrid einen neuen Aufsichtsrat und Präsidenten wählen. Ein aufwendiger Prozess: Denn die verschiedenen Anteilseigner der Sparkasse - je zur Hälfte Gemeinden und Regionalregierung sowie Vertreter der Gewerkschaften, der Arbeitnehmervertreter oder von Universitäten - müssen Repräsentanten für eine neue Hauptversammlung benennen, welche dann wiederum den neuen Präsidenten wählt.

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